Haben Sie schon mal von YLP gehört, von Mnemocide oder von Fenikso und das Nautiluskabinett?

Nein? Macht nichts. Noch nichts. Am Wochenende können Sie sich mit einem einzigen Festivalpass einen Eindruck verschaffen, was sich hinter diesen kuriosen Bandnamen verbirgt, was man sich unter dem Urban Folk des Nautiluskabinetts, dem Metal von Mnemocide und dem Indiepop von YLP vorstellen muss. Denn BScene steht an, das Basler Clubfestival, das zu Entdeckungen lädt, zu Streifzügen durch Stadt und Szene.

Und diese steht in diesem Jahr klar im Vordergrund: Von den 69 Formationen, die auf einer der 13 Bühnen auftreten, gelten 45 als regionale Gewächse. Macht einen Prozentsatz von ..., ach, lassen wir die Mathematik.

Es sind auf jeden Fall beeindruckend viele. Zu den bekannteren Basler Namen auf der Affiche gehören die Singer-Songwriterin Anna Aaron, Slammer/Rapper Laurin Buser oder die Indierocker The Amber Unit. Dazwischen: Viele Musikerinnen und Musiker, die es zu erhorchen gilt.

Bereits im Ohr hat man die Songs von Bilderbuch. Die Band aus Österreich steht zweifelsfrei für den zugkräftigsten Headliner im diesjährigen Programm. Mit ihren Hits wie «Maschin» haben sie bereits im August auf dem Kasernenareal Halt gemacht, bekundeten am Open Air Basel aber angeblich Anlaufschwierigkeiten, haben also etwas gutzumachen. Diesmal Indoor, in der Reithalle.

Experimente gehören dazu

Headliner bringen Publikum, der Reiz des Programms aber liegt in der Vielfalt. «Wir wagen einige Experimente», sagt BScene-Geschäftsführerin Luisa Bitterlin und verweist auf den Spielort Klara, den Kleinbasler Gastrotempel, wo am Freitag Konzerte mit freiem Eintritt locken. Hier wird auch eine dreidimensionale Klangkörperinstallation von Sebastian Meyer in Betrieb sein. Kontrastreich klingt auch die Ankündigung, dass am Samstag im Des Arts rauer Rock angesagt ist.

Für Überraschungen sorgen auch zwei Guerilla Bands, die Programmchef Tobias Metzger (erstmals auch Festivalpräsident) verpflichtet hat: The Music Monkeys und das Brass Department bieten Spontiauftritte in und vor den Clubs. Wo und wann sie zu erleben sind, das bleibt seitens BScene ein Geheimnis. Wir verstehen: Sind ja schliesslich Guerilla-Gigs.

Stilistische Schwerpunkte sind bei einigen Lokalen gesetzt: Moderne Mundart etwa ist in der Monkey Bar am Fusse des Klosterbergs zu hören, Hip-Hop im Sommercasino und Heavy Metal im Sud. Was nicht heisst, dass die Veranstalter auf ein sesshaftes Publikum setzen.

Im Gegenteil: Für die pedalenden Festivalbesucher stehen bei allen Clubs Velopumpstationen zur Verfügung. Platten soll man schliesslich nur auf Vinyl heimnehmen.

Einer, der statt mit Platten mit seiner Zunge scratcht, ist Rahzel. Der Beatbox-Pionier gibt bei BScene einen Soloauftritt. Aus feierlichem Anlass: Der international besetzte Grand Beatbox Battle hat zehn Jahre auf dem Halszäpfchen. Darauf ein grosses «Bloppedibumm» (oder zumindest ein Bier), sei es beim Beatbox-Special in der Kasernen-Reithalle (Freitag) oder dem Wettbewerb im Volkshaus (Samstag).

 

BScene Das Basler Clubfestival. Freitag und Samstag, 2./3. März, 13 Bühnen. Programm und Vorverkauf: www.bscene.ch