Im Zoo Basel wird gebaut. Sowohl die Arbeiten an der neuen Elefantenanlage, als auch der Umbau des Zoorestaurants sind in vollem Gange. Deshalb bietet sich dem Auge des Besuchers ein ungewohntes Bild: Wo sonst Tiere und Pflanzen leben, ragen Baugerüste und Betonwände in die Höhe. Anfänglich habe die Baustelle die Elefanten irritiert, sagt Tanja Dietrich, Leiterin Kommunikation und Biologin. «Jetzt haben sie sich aber daran gewöhnt.» Beim Bauen nehme man Rücksicht auf die speziellen Verhältnisse im Zoo, weil sich die Tiere auf der Anlage befinden.

Einzelkabinen für die Elefanten

«Tembea», so heisst die neue Elefantenanlage im Zolli. «Das ist Suaheli und bedeutet ‹gehen›», sagt Zoo-Direktor Oliver Pagan. Die neue Anlage ist in mehrere Abteilungen unterteilt, damit die Tiere jederzeit zusammengeführt oder getrennt werden können. Dies sei wichtig, weil ausgewachsene Elefantenbullen Einzelgänger seien, sagt Stefan Hoby, Kurator der Elefanten und Zootierarzt. Allerdings würden sich die Bullen Herden mit brünstigen Kühen anschliessen. «Unseren alten Bullen mussten wir wegen der Bauaktivitäten weggeben», sagt Hoby. Ziel sei aber, nach Abschluss der Bauarbeiten einen neuen Bullen nach Basel zu holen.

Die Elefantenanlage wird in zwei Schritten eröffnet: Das dreistöckige Haus soll im Frühling 2016 fertig sein. Der unterste Stock ist für die Tiere reserviert. Die Zoobesucher können sie vom zweiten Stock aus beobachten. Da befinden sich auch eine Kleintieranlage und eine Ausstellung. Der oberste Stock wird zum Heulager. Knapp ein Jahr nach dem Haus soll die ganze Anlage eröffnet werden.

Die vier Elefantenkühe des Zoos Basel werden in Zukunft aus über 80 Futterstellen wählen können. Diese werden so aufgebaut, dass die Elefanten für ihr Futter arbeiten müssen – genau wie in der Natur.

Neu wird auch das Haltungskonzept. Die Elefanten werden keinen direkten Kontakt mehr mit den Menschen haben. Der Vorteil sei einerseits die Sicherheit der Pfleger. «Andererseits können die Tiere so frei wählen, wann sie Kontakt mit Menschen haben wollen», sagt Hoby.

Zwischen den Tieren heiraten

Direkt neben der Elefantenanlage wird das Zoorestaurant umgebaut. Im Frühling 2015 eröffnet das Selbstbedienungsrestaurant, von dem aus die Besucher direkte Sicht auf die Elefantenanlage haben. Neben einem bedienten Teil befindet sich dort auch ein Spielbereich für Kinder. Anfang Sommer wird der erste Stock fertig sein. Die dort entstandenen Räume können für kleine Meetings oder grosse Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Firmenanlässe genutzt werden.

Notfallkurse im Zoo

Jährlich besuchen 1,9 Millionen Menschen den Zoo Basel. Dabei könne es immer wieder zu Unfällen kommen, sagt Pagan. Anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums führte die Non-Profit-Organisation «Life Support» gratis vier Notfallkurse für Diensthabende und Tierärzte durch. «Dabei lernten die Angestellten das Vorgehen bei Notfällen von Besuchern oder bei Arbeitsunfällen», erklärt Pagan. Der Zoo Basel erhielt zudem zwei Defibrillatoren von Procamed, die beim Haupteingang und im Restaurant angebracht sind. «So kann im Notfall möglichst rasch medizinische Nothilfe bei Herzanfällen geleistet werden», sagt Pagan.