Euro-Airport

85 Prozent der neuen Halle für Luftfracht sind schon vermietet

Der neue Frachthof auf dem Euro-Airport (EAP) ist bereits ausgemietet, obwohl er erst auf Ende 2014 fertig gebaut ist. Bereits sechs der sieben Grossraum-Module sind vergeben.

Die letzten Jahre geben nicht gerade Anlass zu Jubel. Die Luftfracht hatte auf dem Euro-Airport (EAP) 2011 und 2012 rund ein Drittel abgenommen, im vergangenen Jahr noch einmal um minus sechs Prozent. Trotzdem wurde 2013 mit dem Bau des Frachthofs begonnen.

Jetzt kommt die grosse Überraschung: Sechs der sieben Grossraum-Module sind bereits vermietet, und zwar auf fünf Jahre. Das heisst: Wenn der neue Frachthof im Januar 2015 eröffnet wird, sind schon mindestens 85 Prozent vermietet. Mit von der Partie sind Swissport, DHL, Planzer, Air Cargo Service, Cargologic, Air Cargo Logistics und WFS, zumeist Schweizer Firmen. Sowohl die Termine wie auch die Baukosten habe der Flughafen im Griff, sagte EAP-Chef Jürg Rämi gestern an einer Besichtigungstour für die Medien.

EAP: Keine unnötigen Risiken

Der Euro-Airport wollte bei der Planung als Bauherr keine unnötigen Risiken eingehen. Es ging darum, die künftigen Nutzer einzubinden: Gebaut werde nur, wenn fünf Hauptmieter, sogenannte «Ankermieter», gefunden würden, hiess es in der Vorplanungsphase. Diese mussten sich für fünf Jahre als Mieter verpflichten. Immerhin geht es um eine Investition von 40 Millionen Euro, die der EAP aus eigenen Mitteln finanziert. Die Erstmieter hätten einen «Frühbucherrabatt» bekommen, bestätigt Flughafensprecherin Vivienne Gaskell. «Aber keinen grossen. Die Investition muss sich lohnen», sagte sie gegenüber der bz.

Warum sind denn diese Logistiker so optimistisch?

• Die neuen Hallen sind nach den neusten Standards gebaut, dabei spielt die Temperaturführung eine wichtige Rolle. Es wird eine Temperatur von 15 bis 25 Grad garantiert. Die Halle ist wärmegedämmt. Lastwagen docken rückwärts an die Rampe an, ohne Lücke.

• Pharmaprodukte brauchen meist diese kontrollierte Temperatur. Deshalb erhoffen sich die Spediteure, dass die Pharmaindustrie das Terminal rege nutzen wird. Luftfracht wird hauptsächlich für den Transport höherwertiger Güter verwendet.

• Die Arbeitsabläufe sind effizienter als in der alten Frachthalle. Die Bedingungen dort waren suboptimal.

• Eine Studie des Flugzeugherstellers Airbus sagt für die Jahre 2012 bis 2031 ein Wachstum der Luftfracht von fünf Prozent pro Jahr voraus. Der EAP gehe davon aus, dass bis 2020 regionale Firmen den Flughafen viel stärker nutzen werden.

Für die regionale Wirtschaft

Heute werden nur 20 Prozent der Luftfracht aus der Region über der EAP geschippert; später dürften es 50 Prozent sein. Gleichzeitig werde die Beschäftigtenzahl am Frachthof von 400 auf 900 steigen, sagte EAP-Direktor Rämi. «Es geht um die regionale Industrie.» Die alte Halle hat eine Fläche von 15 000 Quadratmetern, die neue eine von 21 000 Quadratmetern.

Derzeit kommt nur ein Vollfrachter pro Woche auf den Euro-Airport. Künftig könnten es bis zu zehn sein, wie das im Jahr 2000 schon einmal der Fall war. Das alte Frachtgebäude wird renoviert und an die Expressfracht-Firmen vermietet. Dieser Zweig der Fracht hat nicht so gelitten, wie die traditionelle geflogene Fracht, im Gegenteil - er schoss nach oben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1