Es geht gut voran mit der 8er-Tram-Verlängerung von Basel nach Weil am Rhein. Im kommenden Herbst werden die ersten Testfahrten stattfinden, danach die 480 Tramchauffeure und Mitarbeiter der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) auf dem neuen deutschen Teilstück geschult, und zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember geht die Verbindung auch für den normalen öV-Nutzer in Betrieb.

Endgültig entschieden werden soll das erst im Sommer, aber voraussichtlich wird das Tram an Werktagen tagsüber jede Viertelstunde von der jetzigen Endstation an der Wiese in Kleinhüningen nach Weil am Rhein fahren, am Sonntag und am Abend mindestens alle 30 Minuten.

Oberleitungen folgen im Herbst

Auf der Bogenbrücke, dem Teil der Trambrücke beim Weiler Bahnhof, der sich Richtung Innenstadt befindet, liegen die Tramgleise bereits. Sie fehlen noch auf der Vorlandbrücke zum Stadtteil Friedlingen und in der Wendeschleife. Schliesslich müssen bis zum Herbst noch alle Oberleitungen eingezogen werden.

Fortschritte gibt es auch auf der Basler Seite, und das ist vor allem für die Bewohner der Kleinhüningeranlage eine gute Nachricht. Sie werden durch die neuen Auf- und Abfahrtsrampen auf die Hiltalingerbrücke, die bis Frühling 2015 respektive Oktober 2014 fertig sein sollen, vom Camionverkehr entlastet. «Derzeit fahren noch 100 Lastwagen pro Tag durch die Kleinhüningeranlage. Das ist eine unnötige Belastung, ausserdem stehen die Camions den Trams im Weg», kommentiert Dejan Despotovic, Basler Projektleiter für die Tramverlängerung.

Mittelfristig ohne Leerfahrten

Bis Ende Juni wird die Baugrube für einen Fussgängertunnel ausgehoben. Die Rampen dienen dazu, um das Hafenareal zu erschliessen. Mittelfristig soll der Hiltalinger Zoll, bei dem die Camions schon heute nicht mehr verzollen können, laut Despotovic auch für Leerfahrten von Lastwagen gesperrt werden.

Das Rheincenter, gleich hinter dem Zoll auf der deutschen Seite, bereitet sich schon jetzt auf die neue Tramhaltestelle vor. Um Pendler abzuhalten, werden die Parkzeiten im frei zugänglichen Parkhaus auf dreieinhalb Stunden beschränkt. «Wir arbeiten dafür mit einer Drittfirma zusammen. Wer länger parkiert, erhält eine Busse», erklärt Center-Manager Günther Merz. «Wir befinden uns an einem sehr interessanten Standort. Wenn wir zum Pendlerparking werden, können wir das Center schliessen», fährt er fort. Es gebe zwar weit über 1000 Parkplätze, aber bei der grossen Anzahl von Pendlern sei dies nicht viel. In der Weiler Innenstadt, das heisst in der Nähe der Tramendhaltestelle, existiert bereits ein Parkscheibenzwang, mit dem die Parkzeit auf 60 oder 90 Minuten beschränkt wird. Im Stadtteil Friedlingen soll dies bis zur Inbetriebnahme des Trams noch eingeführt werden. Eine «Park & Ride»-Anlage wird es in Weil nicht geben. «Das Stadtparlament hat dies in seiner Grundsatzentscheidung zur Tramverlängerung bereits 2008 so entschieden. Daran hat sich nichts geändert», sagt der Weiler Baubürgermeister Christoph Huber.

Die Stadt möchte erreichen, dass die Pendler bereits mit dem öV nach Weil am Rhein anreisen. Auf die direkte Verbindung zwischen Trambrücke und Perrons der S-Bahn werden sie allerdings noch bis 2017 warten müssen. Die ursprünglich geplante Lösung stellte sich als zu kompliziert für die Reisenden heraus. Neu soll jetzt ein sogenannter Dreizack von einem 30 Meter langen Quersteg aus den direkten Zugang auf drei Perrons ermöglichen. «Das ist umständlicher und teurer zu bauen, aber später viel einfacher», erklärt der Weiler Projektleiter Rudolf Koger.

Kosten sind noch im Rahmen

Der Zeitverlust erklärt sich aus nötigen Umplanungen und neuen Genehmigungsverfahren. Bis zur Fertigstellung wird es einen provisorischen Aufgang zur Wendeschlaufe geben. Der Dreizack kostet mit vier Millionen Euro mehr als der ursprünglich geplante Zugang. Weitere Mehrkosten von einer Million Euro entstanden durch Nachforderungen von Baufirmen, die ihre Zeitpläne wegen der Deutschen Bahn nicht einhalten konnte. Derzeit ist das Projekt noch im Kostenrahmen von insgesamt 104 Millionen Franken. Ob dieser auch durch die Neuplanung beim Perronzugang gehalten wird, kann Koger noch nicht sagen.