Die traditionellen Käskiechli gehören für viele Herbstmessebesucher genau so zur Herbstmesse wie der Mässmogge oder die Fahrt auf dem Riesenrad. «Die Welt hat sich in den letzten 90 Jahren verändert. Das Käskiechli ist gleich geblieben», erzählt Sven Schwob, Geschäftsführer der Wacker + Schwob AG. 90 Jahre Kultgebäck — da haben sich viele Anekdoten angehäuft. Einige davon erzählt Schwob der bz zum Beginn der Herbstmesse.

Alles begann mit Kinderwagen

Für die Herbstmesse 1928 suchte Gaston Wacker eine Möglichkeit, wie er mit Kunden für seinen Kinderwagenverkauf besser ins Gespräch kommen könnte. Zusammen mit seinem Freund, dem Bäcker Hans Kistler, entwickelte er ein Gericht zum Mitnehmen. Es konnte einfach und schnell vor Ort zubereitet werden und schlug bei der Kundschaft ein wie eine Bombe: das Käskiechli. Damals kosteten die kleinen Kuchen 25 Rappen pro Stück.

Die Kinderwagen verschwanden, das Gastro-Engagement der Familie Wacker blieb. Sehr lange wurden die Käsküechli nur für Messen hergestellt. An der Mustermesse beispielsweise bis 1984 direkt vor Ort in der Messehalle. Inzwischen wird das Gebäck ganzjährig verkauft und in die ganze Schweiz geliefert.

Käskiechli eroberten Montreal

Zum Beispiel an der Weltausstellung 1967 in Montreal. Die Wackers schafften es, im Schweiz-Zelt einen Platz zu ergattern und die Wacker-Käskiechli Gästen aus aller Welt präsentieren zu können.

Bäcker Hans Kistler weigerte sich aber, mit Miet-Maschinen zu backen. So wurde ein Schiffscontainer mit den benötigten Utensilien auf den Weg nach Kanada geschickt. Dort stellte man aber fest, dass die Stromleistung in Kanada zu schwach war: Die Öfen wurden nicht heiss genug.

Sie mussten kurzerhand umgerüstet werden — gerade noch rechtzeitig zur Eröffnung, die «Swiss cheese-tarts» konnten verkauft werden.

Brand vor -minu-Besuch

2015 wollte -minu für «Telebasel» wissen, wie die Wacker-Käse- und Zwiebelwähen für die Fasnacht hergestellt werden. Just am Morgen des Tages, als -minu vorbeikommen wollte, brannte es in der Backstube, der Termin fiel ins Wasser.
Bereits zwei Tage später konnte die Backstube aber bereits wieder in Betrieb genommen werden.

Höchste Zeit, denn die Fasnacht stand unmittelbar vor der Tür. Schwob liess für den -minu-Besuch eine Kochjacke machen. Diese liege heute noch in seinem Büro, erzählt Schwob.
Doch nicht nur die Käskiechli sind ein echter Herbstmesseklassiker aus dem Hause Wacker: Auch die Rosekiechli begeistern Gross und Klein.

Das Rosekiechli aus Südbaden

Doch woher kommt eigentlich der Name des Gebäcks? Liegt es an der Form des Süssgebäcks? Nein, der Name kommt daher, dass die Rosekiechli schon seit den 30er- oder 40er-Jahren — genauer lässt sich ihr Ursprung im Wackerarchiv nicht mehr nachweisen — an der Rosentalstrasse feilgeboten wurden.

Das Rezept sei auch keine Eigenkreation von Wacker gewesen, denn das Gebäck wurde im südbadischen Raum schon länger produziert. Davon inspiriert, liess Wacker Backformen entwerfen, um die Süssspeise auch in Basel verkaufen zu können. Deswegen geniessen wir den Puderzuckertraum nicht nur an der Fasnacht, sondern auch an der Herbstmesse.

Wer Lust bekommen hat auf die Backwaren von Wacker, findet sie an folgenden Orten:

> Petersplatz
> Münsterplatz
> Messehalle 3
> Messeplatz