Der Basler Regierungsrat will die Stadt an der World Expo 2015 in Mailand präsentieren. Wie bereits beim Auftritt an der World Expo 2010 in Shanghai möchte er den Auftritt gemeinsam mit den Städten Bern, Genf und Zürich realisieren. Weil in Mailand aber kein eigens für Städte konzipierter Teil bestehen wird, werden die vier grössten Schweizer Städte im Schweizer Pavillon gastieren.

Der Regierungsrat budgetiert für den rund sechswöchigen Auftritt in Mailand 900'000 Franken, verteilt auf drei Tranchen à 300000 Franken von 2013 bis 2015. Zudem rechnet man durch Beteiligungen Privater mit zusätzlichen 200'000 bis 300'000 Franken. Entsprechend ist für das Projekt ein Gesamtbudget von 1,1 Millionen Franken veranschlagt.

Vier eigenständigen Präsenzen

Basel, Bern, Genf und Zürich wechseln sich in der vom 1. Mai bis 31. Oktober 2015 dauernden World Expo mit vier eigenständigen Präsenzen à sechs Wochen ab. Basel erhielt das erste Zeitfenster zugesprochen, das auch die vier medienwirksamen Preview-Tage vor der Eröffnung umfasst.

Die Weltausstellung in Mailand läuft unter dem Schwerpunkt der Ernährung des Planeten und der Energie fürs Leben. «Das Thema der World Expo ist für den Wissens- und Wirtschaftsstandort Basel interessant», sagt Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standort-Marketing der Stadt. Zudem sei der Zielmarkt Norditalien mit seiner Affinität zu Kunst, Architektur und Design für Basel spannend.

Zweifel an der Nachhaltigkeit

«Weltmessen sind grundsätzlich wertvolle Plattformen für das Standortmarketing», sagt Horvath. SVP-Grossrat Sebastian Frehner hingegen zweifelt an der Rendite solcher Auftritte: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Einsatz dieser 900000 Franken einen nachhaltigen Return on Investment generiert.»

FDP-Grossrat Christophe Haller ist Mitglied der Wirtschafts- und Abgabekommission (WAK), die das Geschäft behandeln wird. Er hat andere Bedenken als Frehner: «Das Problem bei solchen gemeinsamen Städteauftritten ist immer, dass wir auch in der WAK gar nicht so viel ändern können.» Denn bei jeder Anpassung müssten die Zuständigen der weiteren beteiligten Städte auch wieder zustimmen. «Das macht das Ganze etwas komplizierter», so Haller.

Nichtsdestotrotz liegt der Ausgabenbericht des Regierungsrates nun beim Grossen Rat. Dessen Mitglieder werden in einer ihrer nächsten Sitzungen über das Geschäft befinden müssen.