Der Mieterverband Basel gibt sich auch nach der verlorenen Abstimmung im letzten Jahr gewohnt kämpferisch. «Mit der nächsten Initiative wollen wir über 50 Prozent der Stimmen erzielen», sagt Co-Geschäftsleiter Beat Leuthardt.

Bei der Medienorientierung am Dienstag kündigte der Mieterverband deshalb neue Initiativen an. Diese sind noch nicht konkret ausgearbeitet. Der Mieterverband verfolgt dabei aber zwei Stossrichtungen: Mit einer Initiative will er die Vorkosten bei Gerichtsfällen abschaffen. «Ist eine Person im Recht, ist es inakzeptabel, dass sie im Vorfeld zahlen muss», sagt Leuthardt. Mit einer zweiten Initiative strebt der Mieterverband an, dass der Kanton mehr günstigen Wohnraum baut.

Langjährigen Mietern gekündigt

Neben den zukünftigen politischen Schritten informierte der Mieterverband auch über die letzten Monate. «Die Mitgliederzahl nahm zu und wir führten viele Beratungen durch», sagt Geschäftsleiterin Patrizia Bernasconi.

Als Erfolgsgeschichte für eine ihrer Sammelklagen stellte der Mieterverband eine Liegenschaft an der Dittingerstrasse im Gundeldinger Quartier vor. Dort kündigte die Liegenschaftsverwaltung acht Mietparteien. Als Grund wurde eine umfassende Sanierung angegeben.

«Die Leidtragenden sind die langjährigen Mieter, die relativ günstige Zinsen bezahlen», sagt Bernasconi. Darunter befinden sich Mieter im Alter von 92 und 86 Jahren. Patrick Roost von der Verwaltung Marti und Marti AG verneint dies: «Das ist bestritten, das höre ich zum ersten Mal.» Die Anfrage der bz überraschte Roost. Vom Engagement des Mieterverbandes wusste er nichts.

Der Mieterverband argumentierte gegenüber den Medien, dass die Verwaltung die Sanierung lediglich vorschiebt. «Es gibt kein baureifes Projekt mit einer Finanz- und Zeitplanung», sagt die Verbandspräsidentin und Anwältin Kathrin Bichsel.

Dem widerspricht Roost und verweist auf zwei Expertisen, welche die Verwaltung bei einem Handwerker und einem Architekten erstellen liess. «Die Kündigungen wurden ausgesprochen, da die Sanierungen unter anderem die Aussenwände betreffen. Auf so einer Baustelle kann niemand wohnen», sagt Roost.

Die Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten gab den Mietern Recht - und erklärte die Kündigungen für ungültig. Die Verwaltung muss nun entscheiden, ob sie den Fall vor Gericht weiterzieht.