Vorstoss

Aargau und Solothurn sollen Träger der Uni Basel werden

«Appellieren an die Vernunft der Trittbrettfahrer.» Der Baselbieter SVPler Karl Willimann will mehr Uni-Gelder von Solothurn und Aargau.

«Appellieren an die Vernunft der Trittbrettfahrer.» Der Baselbieter SVPler Karl Willimann will mehr Uni-Gelder von Solothurn und Aargau.

Die Baselbieter SVP sieht auch die Nachbarkantone Aargau und Solothurn in der Pflicht, die Uni als Träger zu unterstützen. Bis jetzt bezahlen diese Kantone jeweils einen pauschalen Betrag pro Student. Eine Mit-Trägerschaft ist dort aber kein Thema.

Sind die Kantone Solothurn und Aargau bald Trägerkantone der Universität Basel? Das ist theoretisch möglich, in der Praxis aber wohl kaum umsetzbar. Diese Ansicht vertritt nicht nur der Bund, sondern auch der Kanton Basel-Stadt. Daniel Hardmeier, Leiter Finanzen und Controlling, fände eine Aufstockung der Trägerkantone der Uni Basel nicht gerecht: «Als Trägerkantone müssten Solothurn und Aargau jeweils die vollen Kosten für ihre in Basel Studierenden tragen. Aber Vorlesungen und Seminare würden ja weiterhin nur in Basel stattfinden.» Ein Hochschulkanton finanziere zwar zu einem grossen Teil die Studenten aus anderen Kantonen, geniesse im Gegenzug als solcher aber einige Vorteile, so Hardmeier. «Eine Uni zieht die Wirtschaft an und bringt viel Renommee für die Region.» Dies relativiere die finanziellen Nachteile.

Aber: Über höhere Beiträge von den Nicht-Hochschulkantonen müsse man reden. «Das jährliche Defizit von 150 Millionen, das wir uns mit dem Kanton Basel-Landschaft teilen, ist schon gewaltig», sagt Hardmeier. Die realistische Variante läge irgendwo zwischen den aktuellen Vereinbarungen und der Forderung der SVP Baselland, dass Nicht-Hochschulkantone die Vollkosten für ihre Studierenden übernehmen sollen.

Solothurn und Aargau im Visier

Den entsprechenden Vorstoss reichte die Partei im Baselbieter Landrat ein. Sie bezieht sich dabei auf das Bundesgesetz über den Finanz- und Lastenausgleich zwischen den Kantonen. Dort steht geschrieben, dass die Bundesversammlung einen oder mehrere Kantone zur Zahlung höherer Beiträge verpflichten kann. Voraussetzung ist ein entsprechender Antrag von mindestens der Hälfte der in einem interkantonalen Vertrag involvierten Kantone. Sprich: Das Parlament könnte Solothurn und Aargau dazu zwingen, Trägerkantone der Uni Basel zu werden. Aus den beiden Kantonen kommen die meisten ausserkantonalen Studenten nach Basel (ohne Ausländer).

Dass es so weit kommt, ist unwahrscheinlich. Die Hochschulkantone sind gegenüber den Nicht-Hochschulkantonen in der Unterzahl. Die Parlamentarier letzterer werden kaum dafür sein, dass ihre Heimatkantone mehr zahlen, während der Standortvorteil weiter bei den Hochschulkantonen bleibt.

«Eine unrealistische Vorstellung»

«Wir appellieren an die Vernunft und Solidarität der Trittbrettfahrer», sagt Karl Willimann, SVP-Landrat im Kanton Basel-Landschaft. Wie realistisch der SVP-Vorstoss ist, müsse in kommenden Gesprächen abgeklärt werden. Auf Anfrage der bz verweisen die Bildungsdepartemente der Kantone Aargau und Solothurn auf die interkantonale Universitätsvereinbarung. Diese regelt die Kopfpauschalen, die Nicht-Hochschulkantone für ihre Studenten bezahlen.

«Eine Trägerschaft der Uni Basel ist für uns kein Thema», sagt Irène Richner, Sprecherin des Aargauer Bildungsdepartementes. Da die meisten Aargauer Studenten nicht in Basel, sondern in Zürich sind, müsste man auch dort Träger werden. Laut Richner eine unrealistische Vorstellung.

Auch für die Solothurner Studenten ist nicht Basel, sondern die Universität in Bern die erste Anlaufstelle. «Wir haben für das Herbstsemester 2010 10,7 Millionen Franken für 608 Studenten an Basel bezahlt», sagt Dagmar Kudelka, Leiterin Controlling beim Bildungsdepartement. Und fügt an: «Ehe wir mit Basel verhandeln, würden wir auf ein eventuelles Begehren aus Bern eingehen.»

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