Ein zentrales Ziel der Schulharmonisierung bestehe darin, die Schullaufbahn als Ganzes zu konzipieren und Brüche zu vermeiden, schreibt das Basler Erziehungsdepartement in einer Mitteilung. Zu diesem Zweck wurde von der Projektleitung Schulharmonisierung unter Beizug einer Arbeitsgruppe ein Verordnungsentwurf erarbeitet, in dem alle für eine Schullaufbahn wichtigen Entscheide geregelt werden.

Kombination von Lernbericht und Zeugnis

In der Laufbahnverordnung werden die Vorgaben des HarmoS-Konkordats und des revidierten Schulgesetzes unter einen Hut gebracht. Über alle Schulstufen hinweg werden die Beurteilungsinstrumente (Lernbericht, Standortgespräch, Zeugnis in Form eines Zahlenrasters von 1 bis 6 oder in Worten und Prädikaten) für die Zeugnisse festgelegt und die Übertrittsanforderungen definiert.

Bei der Beurteilung von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenzen der Schülerinnen und Schüler soll es ein definiertes Zusammenspiel zwischen dem bewährten Instrument des Lernberichtes und den Zeugnissen geben. In der Anhörung werden dafür zwei Varianten zur Diskussion gestellt.

Übertrittsberechtigungen

Für die Weichenstellung am Abschluss der Primarstufe in die drei Leistungszüge der Sekundarschule (A, E und P) werden im Anhörungsentwurf ebenfalls zwei Varianten zur Diskussion gestellt: Entweder sollen für den Zuweisungsentscheid in den letzten zwei Primarschuljahren alle Fächer benotet werden oder nur die Kernfächer Deutsch und Mathematik. Als Richtziel in der Verordnung festgeschrieben ist eine gleichmässige Verteilung eines Jahrganges auf alle drei Leistungszüge der Sekundarschule.

Drei Jahre später bei der Prüfung der Zulassungsberechtigung zum Gymnasium und den anderen weiterführenden Schulen wird auf allen drei Leistungsniveaus ein bestimmter Notendurchschnitt aus allen Pflicht- und Pflichtwahlfächern ausser Sport vorausgesetzt. Zusätzlich gelten für die Kernfächer besondere Voraussetzungen.

Die Anforderungen für das Gymnasium sind am höchsten. Für die Fachmaturitäts-, Wirtschaftsmittel- und Berufsmaturitätsschule sollen identische Eintrittsvoraussetzungen gelten. Der Übertritt ins Gymnasium ist bei nicht nur aus dem Niveau P, sondern bei entsprechenden Leistungen auch aus dem mittleren Niveau E möglich. Die Bestimmungen über die Abschlussprüfungen der Sekundarstufe II werden in separaten Erlassen geregelt. In beiden Basel werden analoge Übertrittskonditionen festgelegt.

Durchlässigkeit und Beschleunigung

Nicht erst beim Anschlussentscheid, sondern schon während der dreijährigen Sekundarschulzeit wird in der Laufbahnverordnung Wert auf grösstmögliche Durchlässigkeit gelegt. Bei guten Leistungen ist ein Wechsel in einen höheren Leistungszug verbunden mit individuellen Förderangeboten möglich.

Bei ungenügenden Leistungen wechselt eine Schülerin oder ein Schüler ohne Repetition in einen weniger anspruchsvollen Zug. Dem neuen Schulgesetz entsprechend soll eine Verlängerung der Schullaufbahn nur in Ausnahmefällen beim Vorliegen persönlicher Probleme möglich sein. Begabten Kindern wird dagegen die ganze Schullaufbahn hindurch die Möglichkeit geboten, ihre Schullaufbahn durch Überspringen eines Jahres oder durch einen vorzeitigen Eintritt zu beschleunigen.

Der Entwurf der Laufbahnverordnung geht nun von Mitte Oktober bis Mitte Januar in eine verwaltungsinterne Anhörung bei den schulnahen Anspruchsgruppen. Bis im Frühling 2012 wird der Entwurf überarbeitet. Damit sie rechtzeitig mit der laufenden Umstellung auf sechs Jahre Primar- und drei Jahre Sekundarschule eingeführt werden kann, muss die definitive Verordnung im Herbst 2012 vom Regierungsrat beschlossen und ab dem Schuljahr 2013/2014 wirksam werden.