Die Muba findet im kommenden Mai zum 103. und letzten Mal statt. Die MCH Group kündigte bereits im Juni die Aufgabe der traditionsreichen Basler Publikumsmesse an. Alle Wiederbelebungsaktionen der vergangenen Jahre hatten nichts gefruchtet. Nun hat die Muttergesellschaft auch bei der Zürcher Schwestermesse Züspa und dem Lausanner Pendant Comptoir Suisse den Stecker gezogen. Alle drei Veranstaltungen werden vorerst ersatzlos gestrichen.

Die Aussichten, im kommenden Jahr die 70. Züspa eröffnen zu können, schienen zuletzt nicht schlecht. Zwar brach bei der diesjährigen Ausgabe in der ersten Oktober-Woche die Zahl der Besucher von 102 000 im überdurchschnittlich guten Vorjahr auf noch 87 800 Personen ein, doch das neue Konzept als lokales Stadtzürcher Ereignis fand Anklang. Die Jubiläumsausgabe war bereits in Planung, und Medienpartner «Blick» startete die Suche nach den «Züspa-Gesichtern» 2019. Diese Zukunftspläne sind seit Dienstag von der Züspa-Website verschwunden.

Züspa vor dem Aus

Züspa vor dem Aus

Eine Tradition wird beerdigt. Die "Züspa" ist Geschichte. Gemäss einer heute Morgen verschickten Medienmitteilung der MCH Group "findet die Züspa" nicht mehr statt.

Offenkundig verheerend verlief die letzte Ausgabe des Comptoir Suisse in der zweiten September-Hälfte. Die Lausanner Publikumsmesse erlebte bei ihrer 99. Ausgabe ein Besucherdebakel. Die Eintritte fielen von 108 000 Besuchern im Vorjahr auf gerade noch 61 000. Die Zeitung «Le Matin» spekulierte deshalb bereits auf ein baldiges Ende und fragte: «Clap de fin pour le Comptoir Suisse?» Michel Loris-Melikoff, damals Leiter der Westschweizer Messe und heute Leiter der Baselworld, sagte gegenüber «24 heures», niemand kaufe heute noch eine Matratze oder ein Bügeleisen an einer Messe. «Bilan» wiederum will erfahren haben, dass die letzte Comptoire-Ausgabe die MCH Group eine halbe Million Franken gekostet habe.

Während Muba und Züspa mit dem Entscheid der MCH Group definitiv Geschichte geworden sind, laufen in Lausanne noch Gespräche, ob die Messe unter Umständen von einer anderen Trägerschaft weitergeführt werden kann, da sich das Basler Messeunternehmen in den kommenden Jahren ohnehin aus der Westschweiz zurückziehen wird.

Während Publikumsmessen in urbanen Städten floppen, haben sie in ländlich geprägten Zentren noch länger Bestand. Die Bea in Bern zählte im Frühjahr rund 300 000, die Olma in St. Gallen im Oktober rund 350 000 Besucher. Die Ostschweizer Organisatoren projektieren bis 2024 für 120 Millionen Franken einen multifunktionalen Neubau für ihre Landwirtschaftsmesse.

Ungefähre Zukunftspläne

In den kommenden zwei Jahren versucht die MCH Group, ein neues Format zu erfinden, wie sie ihre Scharnier-Funktion zwischen dem Gewerbe und den Konsumenten wieder wahrnehmen kann. Hans-Kristian Hoejsgaard, der interimistische Konzernchef, spricht von einem «hybriden» Konzept, das sowohl eine digitale Plattform als auch dezentrale, physisch erlebbare Events umfassen werde. Was darunter genauer verstanden werden kann, vermag derzeit auch Sprecher Christian Jecker nicht ausführen.