Grosser Rat BS

Abstimmung zum Kasernen-Neubau vertagt

Visualisierung: FOCKENTYN DEL RIO

Innenansicht des Kasernen-Neubaus

Visualisierung: FOCKENTYN DEL RIO

Nach der Sommerpause gab es viel zu debattieren. Die Zeit reichte knapp für das Kasernenprojekt. Sie war zu knapp, um eine Entscheidung zu treffen.

Die Kaserne. Alle wollten darüber reden, nur für wenige reichte die Zeit. Zu lange ging es um Anderes. Doch dann, am späten Nachmittag: Loni Burckhardt (SP) eröffnete das Thema mit einer flammenden Rede. Er sprach für die Mehrheit der Bau- und Raumplanungskommission (BRK), die das Umbauprojekt befürwortet. Die Kreativwirtschaft sei die Zukunft, aber in Basel zu wenig vertreten. Das Quartier brauche diesen neuen Freiraum ebenfalls. Eine breite Nutzung sei das Wichtigste am Projekt.

Der Ratschlag sieht vor, den Kopfbau der Kaserne zu sanieren und umzubauen und in ein Kulturzentrum zu verwandeln. Keine neue Idee, aber erstmals eine konkrete: Seit das Militär vor 50 Jahren auszog, wird über die Nutzung des Areals diskutiert. Und jetzt liegt Guy Morins Prestigeprojekt vor.

Das ist für die Kommissionsminderheit kein Grund, es nicht kritisch zu hinterfragen. BRK-Präsident Conradin Cramer (LDP) wünschte sich im Namen der Minderheit, dass die Ratskollegen den «zu teuren» und «unbefriedigenden» Ratschlag zurückweisen und das Geschäft Morins Nachfolger oder -in überlassen. Das brauche dann wieder ein paar Jahre, aber dann könne ein ausgereiftes Projekt vorgelegt werden.

Als Morin an die Reihe gekommen wäre, gab es ein Hin-und-Her, Morin wollte Hans-Peter Wessels den Vorrang lassen. Der Baudirektor warb für die Architektur, diese sei «hervorragend», und überhaupt: Als Regierungsrat muss er ja dafür sein. Knapp reichte es noch für Morin, der nicht versteht, dass die (bürgerlichen) Gegner sein Projekt «weder Fisch noch Vogel» fänden. Es sei «ein fliegender Fisch». Unverzichtbar. Die Debatte wird kommende Woche fortgesetzt. Vielleicht reicht es dann sogar für die Schlussabstimmung. (rut)

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