«Uns gefällt es allen dreien in unseren Departementen», sagte Wessels gestern an der Delegiertenversammlung der SP. Dafür interessiert sich Elisabeth Ackermann (GB), die zusammen mit den SP-Regierungsräten und Heidi Mück (Basta) das linke «Fünferticket» bilden.

Als klar wurde, dass Guy Morin nicht mehr kandidierte, sei sie sehr oft gefragt worden, ob sie eventuell nachrücken wolle, sagte Elisabeth Ackermann. Sie habe während ihrer Amtszeit als Grossratspräsidentin gemerkt, dass ihr die Führungsfunktion sehr gut liege. «Ich kann sehr gut verhandeln und Kompromisse finden, ich kann aber auch Entscheide fällen und sie durchsetzen. Mich interessieren die departementsübergreifenden Tätigkeiten.» Das Präsidialdepartement sei absolut zentral und werde oft schlechtgeredet und – geschrieben.

«Ich hatte als Grossratspräsidentin viele Repräsentationsaufgaben, und zu meiner Überraschung fand ich das sehr spannend», so Ackermann. Das Regierungspräsidium böte auch Gelegenheit, langfristig Beziehungen aufzubauen. Als Musikerin sei sie sehr interessiert an der Kultur, welches auch in das Ressort Präsidialdepartement fällt. Es brauche auch die nicht-etablierte Kunst.

Grüne Politik müsse immer auch sozial sein. Es nützt nichts, wenn sich Bioprodukte nur die Reichsten leisten können. Sie wolle das «grüne Gewissen» in der Regierung sein. «Wir wollen eine Stadt die velo- und fussgängerfreundlich ist.» Basel ist als Wohnort und Wirtschaftsstandort sehr attraktiv, ein grosses Plus.

Wichtig sei für sie denn auch die Stadt- und Quartierentwicklung. Günstiger Wohnraum, ökologische Quartiere, Gebäude die wenig Energie brauchten oder sogar Energie produzierten, das schwebt ihr vor – Basel solle eine Vorreiterrolle spielen. Der genossenschaftliche Wohnungsbau müsse eine grössere Rolle spielen, eine Tendenz, die bereits vorhanden ist. Gleichstellung von Frau und Mann ist ihr selbstredend wichtig, etwa bei Lohngleichheit. Es fehle an Teilzeitstellen - auch für Männer - und Tagesbetreuung. Hier müsse noch ein Schritt vorwärts gemacht werden. Ein zusätzliches Motiv sei, dass eine weitere Frau in den Regierungsrat kommt.

«Es wird nicht ganz einfach, weil die Bürgerlichen mit der SVP marschieren. Es scheint ihnen kein Problem zu sein, dass se die SVP-Politik noch vor kurzer Zeit als unmenschlich und schädlich bezeichnet hatten», sagte sie.

Pippi Langstrumpf als Vorbild

Das inoffizielle Wahlmotto von Heidi Mück sei das Pippi Langstrumpf-Lied, weil diese Pippi eine sehr starke, unbequeme, aber auch warmherzige Person und ein Vorbild sein kann. «Sich die Welt selber erschaffen, das braucht Mut», sagte Mück. Und das brauche es freilich auch beim Schritt zur Kandidatur.

Das habe es übrigens noch nie gegeben, ein Fünferticket mit zwei Frauen. Es gebe Leute, die ein solches Fünferticket als anmassend anschauen. „Aber welche Welt wollen denn wir, was könnten wir dann nicht alles anstellen? Machen wir uns die Welt so, wie wir sie wollen. Es gibt noch Luft - nicht nach oben, sondern „nach links-grün“.

Beat Jans zieht Bilanz nach 12 Jahren rot-grüner Regierung und ist stolz. Der Kanton erwirtschaftet seither Überschüsse und baut Schulden ab. «Uns sagten die Brügerlichen damals, man würde glatt in eine Katastrophe schlitteln.»

Es wird kein einfacher Wahlherbst und sicher kein Spaziergang, kommentierte auch Brutschin. Die Bürgerlichen hätten einfach ein anderes Verhältnis zu Macht, sagte er. «Aber wir wollen unsere Macht behalten. Und wir treten mit Fünf an.»

In den SP-Parteivorstand wurde neu Pascale Baeriswyl gewählt. Es brauchte dazu drei Wahlgänge. (sts)