Fabi

Änderungen im Fahrplankonzept: Schlecht für die Region Basel

Die Verbindungen nach Luzern und Chur werden schlechter (Symbolbild).

Die Verbindungen nach Luzern und Chur werden schlechter (Symbolbild).

Fabi ist die Vorlage zur Finanzierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Doch für Basel sind die Änderungen alles andere als positiv. Laut BAV-Planung ergeben sich zwei Verschlechterungen.

Willi Rehmann ist verärgert. «Die Nordwestschweiz ist immer im Gegenwind. In zehn Jahren sollte sich das Angebot verbessern und nicht verschlechtern, dafür haben wir uns nicht für Fabi eingesetzt», wettert der Präsident von «Pro Bahn NWCH».

Fabi ist die Vorlage zur Finanzierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur, der Volk und Stände im Februar 2014 deutlich zugestimmt haben. Grund für Rehmanns Ärger ist das Fahrplankonzept für das Jahr 2025, das das Bundesamt für Verkehr (BAV) bereits Ende August dieses Jahres publizierte. Die Änderungen hat die Schweizer Eisenbahn-Revue in ihrer aktuellen Ausgabe dokumentiert und sie sind für die Region Basel alles andere als positiv.

Zugreisende werden vertrieben

Zwei Verschlechterungen ergeben sich laut BAV-Planung. Statt dem «Superangebot» (O-Ton Rehmann) eines Halbstundentakts ohne Umsteigen zwischen Basel und Luzern wird dies nur noch einmal die Stunde angeboten. Zweite Änderung: Die IC Chur–Zürich fahren im Halbstundentakt, werden aber nicht mehr nach Basel durchgebunden. Das bedeutet, dass die umsteigefreie Verbindung Basel–Chur entfällt. «Bislang konnte jede Stunde (zeitweise alle zwei Stunden) ohne Umsteigen nach Chur gefahren werden», teilt Rehmann mit und stellt fest: «Mit zweimaligem Umsteigen für eine Reise nach Graubünden/Engadin werden Zugreisende vertrieben. Thema war das bisher nicht und scheint sogar dem Lenkungsausschuss für das Bahnangebot 2030 der Planungsregion Nordwestschweiz entgangen zu sein (bz 29.11.).

Willi Rehmann kritisiert auch die SBB: «Es kann zunehmend der Eindruck entstehen, Basel würde von den SBB abgehängt» und verweist auch auf die Diskussion um die Verschlechterung der Anbindung des Laufentals durch die Bauarbeiten in Lausanne.

Die SBB wollen sich zur Kritik nicht äussern, weil das BAV für die langfristige Planung des Bahnangebots und die künftigen Ausbauschritte zuständig sei. Dort bestätigt man, dass von den zwei stündlichen umsteigefreien Verbindungen nach Luzern künftig eine wegfalle. Es gebe allerdings weiterhin pro Stunde zwei Verbindungen Basel-Luzern, neu müsse man bei einer in Zofingen umsteigen. «Dank einem schlanken Anschluss ist jedoch die Fahrzeit kürzer.»

Zum Angebot Basel–Chur ohne Umsteigen schreibt das BAV, dass dies kein durchgehendes Angebot sei und bei den Planungen der Schwerpunkt auf vertaktetem Angebot liege. Auch «ob die umsteigefreie Verbindung Chur-Zürich wie bisher zeitweise angeboten wird, ist nicht entschieden». Überhaupt handle es sich bei den Planungen um ein Konzept, aber noch keinen Fahrplan. Gegen den Eindruck, Basel würde abgehängt und das Angebot eingeschränkt wehrt sich das BAV: «Basel verzeichnet im Fernverkehrsbereich 2025 keinen weiteren Ausbau, weil bereits heute mindestens Halbstundentakt im Fernverkehr die Regel ist (Ausnahme Laufental).»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1