Mein 2013 – da war eigentlich alles so wie immer. Ein lustiges Jahr, aber das ist es auf der Fääri eigentlich immer. Wobei der Start ins Jahr so ziemlich in die Hose ging: Wegen des schlechten Wetters und vielen Nebels hatte ich kaum Fahrgäste. Der Juni mit dem Hochwasser war aber hektisch und nervenaufreibend, mussten wir doch alle Stege retten. Aber aus der Ruhe brachte mich das nicht, schliesslich habe ich schon das grosse Hochwasser 1989 erlebt.

Aber die Beamten wurden natürlich nervös, denn das Wasser birgt viele Gefahren. 2013 hatte es extrem viele und auch unerfahrene Schwimmer im Rhein. Zwei, drei Mal musste ich einen Schwimmer rausfischen, das ist weniger schön. Ein Riesenspass war es aber, wenn sie Säich machten, sich an die Fääri hängten oder die Gäste nass spritzen.

Mein persönliches Highlight war natürlich der Seilriss am 6. Juni – ein lustiges Erlebnis und das wichtigste Gesprächsthema auf der Fähre. Der Seilriss wird an der Fasnacht noch ein grosses Thema, darauf freue ich mich. Ansonsten redeten die Leute über Politik und die vielen Abstimmungen. Als Fäärimaa muss ich immer neutral bleiben, aber um einen Spruch war ich nie verlegen.

Wenn ich nach meiner Meinung gefragt wurde, entgegnete ich wie immer: «Äntwäder mir faare noch links ooder noch rächts.» So ist der Fäärimaa. Eigentlich bekam ich alle Sorten von Geschichten zu hören. Alle Bevölkerungsschichten kamen auf die Fähre, vom Arbeiter bis zum Professor, vom Schauspieler bis zum Fussballstar. Christian Gross kam zum Beispiel regelmässig vorbei.

Spezielle Freude bereitete mir eine neue Schwimmergruppe, die immer gegen Mittag bei mir vorbei schwamm und mit mir plauderte. Auch jetzt im Dezember gehen sie noch ins Wasser!

Aufgezeichnet von Elia Diehl