Rosentalanlage

Ärger über Züglete: Basel verbannt den Zirkus an den Stadtrand

Der Circus Knie wird sein Zelt wohl nur noch einige wenige Jahre auf der Rosentalanlage aufbauen können.

Der Circus Knie wird sein Zelt wohl nur noch einige wenige Jahre auf der Rosentalanlage aufbauen können.

Statt der Kleinbasler Rosentalanlage soll «so bald wie möglich» das St. Jakob-Areal bespielt werden.

Achtzehn Jahre war Veranstalter Adrian Steiner mit dem «Zelt» im Sommer auf der Rosentalanlage zu Hause, nun soll damit Schluss sein. 2015 hat der Kanton beschlossen, die Anlage gleich neben dem Messeturm künftig als Grünanlage zu nutzen. Als Standort wurden damals der Parkplatz St. Jakob und das angrenzende Sportfeld ausgewählt.

Jetzt nimmt das Projekt neue Fahrt auf. «Wir hoffen, dass der neue Standort so bald wie möglich bespielt werden kann», sagt Barbara Neidhart von Immobilien Basel-Stadt auf Anfrage. Doch was die künftige Anwohnerschaft freuen dürfte, sorgt bei einzelnen Veranstaltern für Missmut. «Wir haben gar keine Freude am Plan, dass wir nun wegmüssen», ärgert sich «Zelt»-Chef Steiner.

Bisher hätten noch keine Kantonsvertreter Kontakt zu ihm aufgenommen. «Die Stadt hat einzig den Circus Knie kontaktiert, obwohl sie angesichts der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen auch die anderen Zeltgeschäfte, welche seit Jahren auf der Rosentalanlage gastieren, hätte informieren sollen», nervt sich Steiner.

Veranstalter befürchten einen Interessenkonflikt

Dass der Circus Knie besser informiert ist als andere Veranstalter, zeigt eine Medienanfrage. Frühestens in der Saison 2020/2021 werde der Zirkus wohl umziehen müssen, schreibt Knie-Sprecherin Leila Zimmermann auf Anfrage. Damit weiss sie bereits mehr als ihre Konkurrenz.

Wie «Zelt»-Chef Steiner nicht genau im Bild über die Umzugspläne ist der Circus Monti. «Wir haben auch schon von diesen Plänen gehört, aber nun schon länger nicht mehr», schreibt Sprecher Stefan Gfeller zum bevorstehenden Umzug.Auch sonst dürfte der Umzug nicht ganz unproblematisch sein. Veranstalter Steiner jedenfalls hegt Zweifel. «Müssten wir tatsächlich ins St. Jakob ziehen, käme es zu einem Interessenkonflikt zwischen uns und den Veranstaltern der St. Jakobshalle», ist er überzeugt. Es stelle sich die Frage, wie in der Eventhalle ein Grossanlass durchgeführt werden kann, wenn der zugehörige Parkplatz besetzt sei.

Eine Sorge, die auch die Verantwortlichen des Circus Knie teilen. Man bewerte den Standortwechsel wegen der Platzverhältnisse grundsätzlich als positiv. «Ein Bedenken bleibt aber: Der Interessenkonflikt mit anderen Grossveranstaltungen in der St. Jakobshalle», schreibt Zimmermann.

Mit der Problematik konfrontiert, sagt Kantonssprecherin Neidhart: «Es stimmt, dass die Organisation nun besser abgestimmt werden muss, wenn parallel Anlässe in der Halle und auf dem Parkplatz stattfinden sollen. Wir sind noch am Abklären, wie wir mit dieser Herausforderung am besten umgehen.» Steiner seinerseits ist überzeugt: Kommt es zu einer direkten Konkurrenz von St. Jakobshalle und anderen Veranstaltern, so leiden darunter die kleineren Anbieter. «Die St. Jakobhalle ist die teuerste Halle der Schweiz. Der Druck, die Halle wirtschaftlich zu betreiben, ist gross», so Steiner. «Die Zeltgeschäfte werden das Nachsehen haben.»

Circus Monti versus Badminton-WM

Wie die Gegensätze zwischen den einzelnen Veranstaltern aussehen können, zeigt ein Blick ins aktuelle Programm in der Region. Während in der Joggelihalle die Badminton-WM stattfand, gastierte auf der Rosentalanlage der Circus Monti. Eine Situation, wie sie in Zukunft zu vermeiden wäre, betont auch Sabine Horvath vom Standortmarketing: «Eine solche Situation wäre in jedem Fall durch eine frühzeitige Abstimmung zu vermeiden.»

Davor fürchten sich indes vor allem die Veranstalter, die nun umziehen müssen. Bei der St. Jakobshalle begrüsse man das Geschäft, schreibt Geschäftsführer Thomas Kastl. Vom Unbehagen der kleineren Anbieter ist hier nichts zu spüren.

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