Sanierung

Aktienmühle bietet neuen Raum für Klein- und Kleinstbetriebe

Auch nach dem Umbau zum Werkstatthaus sind auf dem Aktienmühle-Areal ein Restaurant und ein öffentlich zugänglicher Innenhof geplant.

Auch nach dem Umbau zum Werkstatthaus sind auf dem Aktienmühle-Areal ein Restaurant und ein öffentlich zugänglicher Innenhof geplant.

In das ehemalige Mühlegebäude im Klybeck-Quartier werden nach dem Umbau Handwerker einziehen. Im ehemaligen Mühlengebäude werden statt eines grossen Betriebes, mehrere kleine Manufakturen eine neue Heimat finden.

Mitten im Klybeck-Quartier gibt es neuen Raum für Klein- und Kleinstbetriebe: Aus der Aktienmühle wird ein Werkstatthaus. Bis Anfang 2016 soll im ehemaligen Mühlegebäude Produktionsraum für 40 bis 50 Handwerkerinnen und Handwerker entstehen. Inklusive der Lagerfläche stehen in der ehemals grössten Basler Industriemühle dem Gewerbe rund 5000 Quadratmeter neu zur Verfügung. «Wir haben lange nach der optimalen Nutzungsmöglichkeit der Aktienmühle gesucht», sagt Raphael Schicker, Projektleiter bei der Stiftung Habitat. Diese hat das Gelände 2010 erworben und die Zwischennutzung lanciert. «Das Gebäude eignet sich am besten als Arbeitsort. Wir erhalten damit auch den ursprünglichen Nutzungscharakter.» Statt eines grossen Betriebes können dort schon bald viele kleine Manufakturen eine neue Heimat finden. «Wir wünschen uns für die Aktienmühle ein vielfältiges Nebeneinander von klassischen, aber auch exotischen oder gar bedrohten Handwerksbetrieben», sagt Schicker.

Zurzeit ist das ehemalige Mühlegebäude erst beschränkt nutzbar. Die Stiftung Habitat hat im Frühling ein Gesuch für die Sanierung und den Umbau eingegeben. «Wir gehen davon aus, dass wir die Baubewilligung in den nächsten Tagen erhalten», sagt Nikola Karadzic, Projektentwickler. Geplant ist, dass unter anderem in den Silotrakt Stockwerke und Fernster eingebaut werden. Damit im Hauptgebäude möglichst viele zusammenhängende Werkstattflächen entstehen, ist an der Südfassade ein Erschliessungssteg zu allen Etagen vorgesehen. Im ehemaligen Mühlegebäude ist ein einfacher Grundausbau geplant: Auf allen Stockwerken gibt es Toiletten, im Keller Duschen und als verbindendes Element zwischen den Etagen Warenlifte und Treppen.

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«Wir vermieten die Flächen als Edelrohbau», sagt Nikola Karadzic. Die Anschlüsse und die Infrastruktur des Gebäudes sind von der Stiftung gewährleistet, den Innenausbau der Werkstätten müssen die künftigen Mieter selber finanzieren und organisieren. Der Quadratmeterpreis beträgt zwischen 150 und 190 Franken pro Jahr. Bei der Lagerfläche kostet der Quadratmeter zwischen 80 bis 100 Franken pro Jahr.

Rund 30 Interessierte haben sich bei der Stiftung Habitat bereits gemeldet. Darunter befinden sich eine Druckerin, ein Steinbildhauer, eine Geigenbauerin und ein kleiner Schreinerbetrieb. Absichtserklärungen haben bereits die Betreiber einer Kaffeerösterei und ein Holzofenbäcker unterzeichnet. Wo über 100 Jahren lang tonnenweise Mehl gemahlen wurde, werden wohl schon bald Brötchen gebacken. «Es ist wie ein Puzzle, das wir zusammensetzen. Die Betriebe sagen uns, was sie für Bedürfnisse haben. Wir versuchen dann, ihnen Räume so vorzuschlagen, dass gute Nachbarschaften entstehen», sagt Schicker. Lärmende Werkstätten sollen neben ruhigen Ateliers vermieden werden. Der Projektleiter stellt sich auf einen längeren Prozess ein. «Die Aktienmühle wird wohl bei der Eröffnung als Werkstatthaus nicht komplett vermietet sein.» Während des Umbaus geht die Zwischennutzung im ehemaligen Pförtnerhaus und Innenhof weiter.

Mit dem Einzug der Handwerker soll die Aktienmühle weiterhin ein öffentlich zugänglicher Raum und Treffpunkt bleiben. «Wir wollen die Verbindung zum Quartier aufrechterhalten. Diesen Kontakt soll auch nach der Sanierung bestehen», sagt Nikola Karadzic. Dafür sucht die Stiftung eine Betreiberschaft für die Gastronomie, die eine Kantine im Turbinenhaus per 2016 aufbaut. Die Ausschreibung erfolgt noch in diesem Herbst.

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