Kunstmuseum Basel

Alain Berset: «Ich profitiere sehr von meinem Job»

Alain Berset.

Alain Berset.

Der Kulturminister Alain Berset zeigte sich am Freitagabend vom Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums hell begeistert.

Herr Berset, in Ihrer Rede haben Sie die Bedeutung der Kultur betont. Nun haben Sie auch einen Rundgang unternommen durch den Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums. Ihr erster Eindruck?

Alain Berset: Sehr positiv. Das ist eine sehr eindrückliche Arbeit – schon alleine die Architektur. Das ist eine wunderschöne Arbeit, eine sehr gute Verbindung zwischen Alt- und Neubau. Ich bin sehr beeindruckt. Auch die Kunstwerke, die ich bis jetzt gesehen habe, gefallen mir sehr gut.

Haben Sie die Kunst tatsächlich auf sich wirken lassen können oder nimmt man vor allem das Haus wahr?

Beides. Und das gehört zusammen. Für die Architektur ist gerade eine solche Aufgabe sehr interessant; sie wirkt hier selber als Kunststück. Sie wirkt aber auch, um Kunstwerke zu präsentieren. Ich habe natürlich davon profitieren können, auf dem Rundgang mit Museumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi und den beiden Architekten unterwegs. Es war sehr interessant, um verstehen zu können, wie sie die Verbindung zwischen der Architektur und den Kunstwerken geschafft haben.

Was bedeutet «Kunst» für Sie ganz persönlich?

Das ist für mich persönlich vor allem die Musik. Ich habe immer selber Musik gespielt, schon als sehr kleiner Junge. Ich spiele noch immer sehr gerne Klavier. Aber mit der Zeit habe ich für mich selber den Begriff Kunst auch immer mehr erweitern können. In der Jugend noch mit Kino, später mit visueller Kunst, dann auch mit Skulpturen. Jetzt profitiere ich natürlich auch von meinem Job als Kulturminister. Das erlaubt mir, während der Arbeitszeit solch schöne Tage zu erleben. Ich bin immer wieder beeindruckt über die Vielfalt der Kunstszene in der Schweiz.

Kunst wird von vielen sofort mit Luxus in Verbindung gebracht. Was ist das Kostspieligste, das bei Ihnen zu Hause steht?

Das ist wahrscheinlich das Bild eines Fribourger Künstlers, das mich einige Tausend Franken gekostet hat. Das war mein Beitrag für seine Arbeit. Ich freue mich auch heute noch über das Werk bei mir zu Hause. Und ich hoffe, dass er sich auch etwas darüber gefreut hat, zu sehen, wie begeistert ich war.

Das Zürcher Kunsthaus baut aus, in Lausanne wird ausgebaut. Basel hat nun ausgebaut. Gibt es aus Sicht des Schweizer Kulturministers im Kulturbereich auch irgendwann zu viel Konkurrenz zwischen den Städten?

Ich glaube, das ist Teil unserer Vielfalt. Die Kultur in unserem Land wird sehr weit über die Städte hinaus getragen. Der Bund leistet hier seinen Beitrag. Auf finanzieller Ebene ist das aber nur ein kleiner Teil. Ich begrüsse es sehr, dass sich die Städte in diesem Bereich stark engagieren. Sie haben erkannt, dass die Kultur ein immer wichtiger Standortfaktor ist. Das ist eine sehr gute Investition. Man muss hier einfach miteinander diskutieren und etwas koordinieren.

Sie waren heute gleich an zwei Anlässen in Basel: zuerst an der Muba und dann an der Eröffnung des Kunstmuseums-Erweiterungsbaus. Wie bringen Sie diesen beiden Ereignisse zusammen?

Vielleicht werde ich hier in Basel bald eine Wohnung mieten, wer weiss. Ich habe heute wirklich zwei sehr wichtige Facetten von Basel sehen können: An der Muba standen Innovationskraft, Wirtschaftssituation, Handel im Fokus – die ganze wirtschaftliche Situation in der Schweiz. Im Kunstmuseum stehen Kunst und Kultur im Mittelpunkt. Aber für mich gibt es zwischen diesen zwei Bereichen keine Trennung. Es gibt eher eine sehr starke Verbindung zwischen Wirtschaft und Kultur. Man merkt immer mehr, wie sich auch die Künstler unternehmerisch verhalten. Man sieht aber auch, dass in der Wirtschaft die Kreativität immer mehr gefordert ist. Deshalb war das für mich ein sehr interessanter Tag an diesem beiden wichtigen Anlässen – für Basel, aber auch für die Schweiz.

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