Baselland

Sissacher Wirt verteidigt umstrittene Heizpilze und appelliert an erhöhte Toleranz in Corona-Zeiten.

"Lockere Regeln sind für die Gastrobranche überlebenswichtig", sagt Alain Goepfert, Wirt im Ausflugsrestaurant auf der Sissacherfluh.

"Lockere Regeln sind für die Gastrobranche überlebenswichtig", sagt Alain Goepfert, Wirt im Ausflugsrestaurant auf der Sissacherfluh.

Im Baselbiet tobt eine Kontroverse um gasbetriebene Heizstrahler. Laut Alain Goepfert, Wirt im Ausflugsrestaurant auf der Sissacherfluh, können diese ein Beizensterben im kommenden Coronawinter verhindern. Die Heizpilze seien kein Wundermittel, aber geben den Wirten neue Möglichkeiten im Bespielen der Aussenbereiche.

Mehrere Wirte äusserten in der bz Zweifel am Sinn von Heizpilzen. Sie sehen das anders. Weshalb?

Alain Goepfert: Sie haben wohl die falschen Wirte befragt. Ich sage nicht, die Heizstrahler seien für alle ein Wundermittel. Ich meine, dass einige Wirte angesichts des beschränkten Platzangebots wegen Corona die Heizpilze sinnvoll und innovativ einsetzen können. Davon profitieren auch die Gäste der Restaurants.

«Wer will schon unter einem Heizpilz sein Cordon bleu essen», fragte ein Liestaler Wirt in der bz. Ihre Antwort?

Es geht um etwas anderes. Die Heizpilze eröffnen neue Möglichkeiten. Zum Beispiel kann ich dann für eine Gesellschaft draussen einen Apéro durchführen, bevor drinnen das Abendessen serviert wird. So erziele ich einen höheren Pro-Kopf-Umsatz und kann einen Teil des Verlustes kompensieren, der durch die tiefere Kapazität im Innenbereich entsteht. Heizpilze können also helfen, ein grosses Beizen­sterben zu verhindern.

Gasbetriebene Heizstrahler sind Dreckschleudern. Plagt Sie das ökologische Gewissen?

Heizpilze sind sicher nicht die Zukunft. Auch mir ist die Ökologie wichtig. In der Krise sind aber möglichst lockere Regeln für die Branche überlebenswichtig. Dazu zählt eine Ausnahmeregel für Heizpilze. Für die Grills am Eidgenössischen Schwingfest 2022 werden an drei Tagen wohl mehr Gasflaschen benötigt als für alle Heizpilze im Baselbiet während des Coronawinters.

Wo sollen die Behörden der Gastrobranche sonst noch entgegenkommen?

Ich appelliere an erhöhte Toleranz seitens der Behörden und der Anwohner, etwa was Lärm angeht oder die Aussenbestuhlung. Meine Angestellten müssen wegen der Distanzregeln viel längere Wege gehen als vor Corona – pro Arbeitstag bis zu 18000 Schritte. Man stelle sich vor, was das mit einer Maskenpflicht bedeuten würde.

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