Alex Frei
Alex Frei: «Ich will alle Patronen verballern, die ich noch habe»

Alex Frei beendet seine Karriere am Ende der laufenden Saison. Grund dafür sind unter anderem seine Ambitionen, anschliessend im Nachwuchsbereich des FC Basel tätig zu sein, wie der Stürmer verlauten lässt. Aber auch seine Tochter spielt eine Rolle.

Merken
Drucken
Teilen

Im Alter von 34 Jahren wird Alex Frei im Juni 2013 vom Spitzenfussball zurücktreten. Am Nachmittag trat Frei zusammen mit FCB-Präsident Bernhard Heusler im Mediencenter des FC Basel vor die Medien.

Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Mit der U21 schafft es Frei 2002 bis ins Halbfinale der EM.
19 Bilder
Alex Frei erzielt als 21-Jähriger in seinem dritten Länderspiel gegen Luxemburg bereits einen Hattrick
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere An der Euro 2004 macht Frei als Lama weltweit Schlagzeilen
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Der Sprung ins Ausland: Frei spielt 2002-2006 für den französischen Club Stade Rennais, wo er 2005 mit 20 Saisontoren zum erfolgreichsten Torschützen der Ligue 1 wird. Die nächsten drei Saisons spielt Frei für Borussia Dortmund, wo er insgesamt 37 Tore erzielt.
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere 2008 folgt der nächste Tiefschlag. Frei verletzt sich im ersten Spiel der Euro und fällt für das gesamte Heimturnier aus
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Für Frei ist das Turnier schon nach wenigen Minuten vorbei
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Unter Tränen verlässt er das Feld (rechts Christian Meissgeier)
Das sind die Höhen und Tiefen seiner Karriere
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere An Krücken kommt er auf den Platz zurück, um seine Teamkollegen anzutreiben
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere 2009 holt der FCB Frei in die Heimat zurück. Frei verspricht Pokale.
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere 2010 pfeifen die Fans der Nationalmannschaft Frei aus – er ist ihnen zu ehrgeizig und verbissen
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere 2011 ziehen Frei und Kumpel Streller einen Schlussstrich und treten aus der Nati zurück
Wie man ihn kennt: Alex Frei in Siegerpose. Der Ehrgeiz habe ihm rückblickend sehr geholfen. Beim FCB aber ist Frei weiterhin Gold wert, wird zweimal Torschützenkönig.
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Frei wird mehrmals als Spieler des Jahres ausgezeichnet
Alex Frei ist Axpo Player of the Year
Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Auch international feiert er Erfolge mit dem FCB (hier gegen die Roma)
Beim legendären 3:3 im Old Trafford erzielt Frei zwei Tore.
Und er hält sein Versprechen: Er holt Pokale mit dem FCB, zwei Cupsiege und drei Meisterschaften
Am 15. November 2012 gibt Frei seinen Rücktritt bekannt.

Alex Frei: Die Stationen seiner Karriere Mit der U21 schafft es Frei 2002 bis ins Halbfinale der EM.

Keystone

Frei habe beim FCB sein Interesse angemeldet, im Nachwuchsbereich des Klubs tätig zu sein. Und das «entspricht den Wünschen sowohl des Spielers wie des FCB». Welche Funktion dies genau sein wird, werde im Verlauf der nächsten Monate erarbeitet. «Wir freuen uns, dass dem Klub eine starke Persönlichkeit über seine Zeit als Spieler hinaus erhalten bleibt und er bereit ist, seine riesige Erfahrung an junge Spieler weiterzugeben», so der FCB.

Neben Zukunftsgedanken habe bei Freis Entscheid aber auch ein privater Aspekt eine ganz zentrale Rolle gespielt: Die Geburt seiner Tochter Lia im vergangenen Sommer. So sei Frei bei seiner eigenen sportlichen Perspektivenbeurteilung zum Schluss gekommen, nicht mit dem FCB über die Verlängerung des ohnehin im Juni 2013 auslaufenden Vertrages zu verhandeln. «Die Geburt meiner Tochter hat die Prioritäten in meinem Leben verschoben und mir gezeigt, dass es Wichtigeres im Leben gibt, als zu gewinnen», sagte Frei an der Medienkonferenz.

«Ich will Pipi zum Torschützenkönig machen»

«Ich werde auf eine wunderbare Karriere zurückblicken können», sagt Frei. Zudem habe er die Chance, nun nochmals einen Meistertitel zu gewinnen. Und dafür will Frei auch bis zuletzt alles geben: «Ich habe noch einige Patronen und die will ich bis im Sommer alle verballern.» Dabei geht es ihm nicht darum, zum dritten Mal in Folge als bester Torschütze in der Schweiz ausgezeichnet zu werden. Diese Ehre will er dieses Jahr einem Anderen ermöglichen: seinem Sturmpartner und Kumpel Marco Streller. «Ich will Pipi zum Torschützenkönig machen», gibt Frei eine Kampfansage. «Dafür ist meine neue Position im linken Mittelfeld gar nicht so schlecht.»

Auf Erfolg und Titel hofft natürlich auch sein Arbeitgeber. «Der FC Basel 1893 bedankt sich bei Alex Frei - auch im Namen seiner Fans - von Herzen für bald vier unvergessliche Jahre», heisst es in der Medienmitteilung.

Frei kann auf eine Bilderbuchkarriere zurückblicken

Der FC Basel zieht den Schluss, dass die Schweizer Sportwelt mit Freis Rücktritt einen ihrer erfolgreichsten Fussballspieler aller Zeiten verliere, der Charakterkopf aber sowohl dem Fussball, als auch dem FCB im Speziellen erhalten bleibe. Frei begann seine Karriere bereits 1995 beim FCB, spielte in der Schweiz für Thun, Luzern und Servette. 2003 folgte der Gang ins Ausland. Bei Stade Rennes erzielte er in 100 Spielen in der Ligue 1 47 Treffer. 2006 folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund, seiner letzten Station vor der Rückkehr zum FCB im Jahr 2009.

Im Nationalteam trat Frei bereits im April 2011 zurück. In 84 Länderspielen für die Schweiz erzielte er 42 Treffer. (dfs/si)