«In letzter Zeit nahmen in Baselland die Einbrüche in Gartenhäuser massiv zu. Leider ist in den Gartenarealen von Basel-Stadt der Einbruch ebenfalls ein stetiges Thema.» Dieser Aushang der Kantonspolizei ist derzeit auf verschiedenen Basler Familiengartenarealen zu lesen. Bereits Anfang Juli hätten sich die Behörden an die Präsidentinnen und Präsidenten der Familiengartenareale im Kanton gewandt, sagt Polizeisprecher Martin Schütz. Ziel: Die Polizei will auf Tipps und Tricks bei der Einbruchsprävention aufmerksam machen.

Eine Unterstützung, welche die Betroffenen schätzen. «Wir melden jeden Zwischenfall direkt bei der Polizei», erklärt Beatrice Maffi vom Familiengartenverein (FGV) Milchsuppe. Die Schrebergärten gleich bei der französischen Grenze sind von den Vorfällen besonders betroffen. «Der letzte Einbruch liegt einen Monat zurück», erklärt Maffi. Meist erbeuten die Eindringlinge kein Diebesgut. «Es ist jedes Jahr dasselbe. Viel können wir dagegen nicht unternehmen.»

Obwohl meist nichts geklaut wird, geht die Basler Staatsanwaltschaft davon aus, dass «auch bei Gartenhäusern in der Regel aus Bereicherungsabsicht eingebrochen wird», wie Sprecher Peter Gill sagt. Auch gebe es immer wieder Fälle, bei denen die Täter in die Gartenhäuser eindringen, um dort zu übernachten oder sich zu verpflegen. «Bei diesen Einbrüchen kommt es zu Sachbeschädigungen, auch hinterlassen die Täter häufig eine grosse Unordnung.»

Das merken auch die Familiengärtner im Hirzbrunnenquartier. «Vor zwei Wochen waren ein paar merkwürdige Typen hier, die haben den Pächtern den Alkohol weggesoffen», erklärt Matthäus Merian vom FGV Hirzbrunnen. Eine «traurige Realität» sei das, aber: «Wir können damit leben.» Trotz gehäufter Vorfälle können die Basler Ermittler derzeit kein bandenmässiges Vorgehen feststellen. Sie gehen von Einzeltätern aus.

Einbrüche auch im Baselbiet

Auch die Baselbieter Polizei hat vor wenigen Wochen bereits Alarm geschlagen. Nach diversen Einbruchsdiebstählen in Gartenhäusern in der ganzen Region bat sie die Bevölkerung um zusätzliche Aufmerksamkeit und Mithilfe.

Insgesamt seien Familiengärten in 13 Gemeinden betroffen gewesen. «Es werden vor allem Lebensmittel und kleinere Geldbeträge entwendet», sagt Polizeisprecher Adrian Gaugler. So wurde etwa beim Prattler Familiengartenverein Hintererli in die Vereinsbeiz eingebrochen. Der Tresor war weg, die Serviceportemonnaies auch. Daneben wurden vier Gartenhäuser aufgebrochen. In der Nacht darauf waren gleich nochmals drei Gartenhäuschen an der Reihe. Die Beute sei allerdings nur relativ gering gewesen. Der Sachschaden dürfte grösser sein. Ärger und Frust sind bei den Betroffenen dennoch gross.

Vandalismus steht für die Polizei aber nicht im Vordergrund. Anzeichen deuteten darauf hin, dass es sich bei den Tätern um Personen aus dem ehemaligen Ostblock handeln dürfte, sagt Gaugler. Vandalenakte von «Nachtbuben» seien eher Einzelfälle.

Die Fälle ziehen sich quer durch die Region. Betroffen sind auch die Familiengärtner in Allschwil. Dort ist die Wachsamkeit seit den jüngsten Warnungen der Polizei besonders gross. «Wir wenden uns direkt an die Polizei, wenn uns etwas stutzig macht», erklärt Felix Hugenschmidt vom FGV im langen Loh. Der letzte Einbruch liegt schon eine Weile zurück. Er verlief glimpflich: «Das Häuschen hatte einen neuen Pächter und war noch leer, deswegen haben die Einbrecher nichts gefunden.»

Mit Schäferhund auf Patrouille

Seit dem Vorfall achten die FGV-Mitglieder darauf, dass in den Gartenhäuschen keine Wertgegenstände aufbewahrt werden. Da in den Familiengärten nachts vermehrt fremde Leute unterwegs sind, die gerne auch mal dort schlafen, geht ein Familiengärtner mit seinem Hund auf Patrouille: «Einer der Pächter hat einen rassigen Schäferhund, mit dem macht er dann die Runde und schaut, was los ist», erzählt Hugenschmidt.

Die Vorsichtsmassnahmen der Familiengärtner ähneln den Empfehlungen der Basler Polizei. Diese fordert zu verstärkter Aufmerksamkeit auf. So sollen die Grundstücke von Nachbarn beobachtet sowie auf offene Fenster oder unbekannte Personen geachtet werden. «Zögern Sie nicht, sprechen Sie diese Person an und fragen Sie nach dem Grund des Aufenthaltes im fremden Grundstück», rät die Polizei. Und: Bei Verdacht sei unverzüglich die Polizei zu kontaktieren. «Es kommt immer wieder zu Festnahmen – entweder, wenn ein Täter in flagranti erwischt wird oder dieser aufgrund von hinterlassenen Spuren identifiziert werden kann», sagt Gill von der Basler Staatsanwaltschaft. Im Baselbiet dagegen habe der Polizeiaufruf bisher zu keinen Festnahmen geführt.