Musical
«All you need is love»: Beatlemania in Basel

Eine Show über die Erfolgsband aus Liverpool lässt deren Musik in Basel aufleben. Frank Kessler gehört seit 2002 zum Cast des Beatles-Musical. Aber eigentlich findet er AC/DC und Queen besser.

Céline Feller
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Die Musical-Biografie «All you need is love» erzählt von den Erfolgen der Beatles.

Die Musical-Biografie «All you need is love» erzählt von den Erfolgen der Beatles.

Ferris Bühler GmbH/zvg

«Es muss geil gewesen sein», sagt Frank Kessler über die Zeit, als die legendären Beatles durch die Welt tourten und mit ihrer Musik Geschichte schrieben.

Seit 2002 gehört Kessler zum Cast des Beatles-Musical «All you need is love», welches am Samstag für eine einzige Show nach Basel ins Congress Center kommt. Als Figur namens Roadie führt Kessler durch die Show und erzählt vom Leben der «Fab Four». Die Liverpooler Boygroup, bestehend aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr, war in den 60er-Jahren die berühmteste und erfolgreichste Band überhaupt, und was den Erfolg angeht, sind sie noch bis heute beinahe unerreicht.

«Sie waren völlig losgelöst von allem, was es damals gab. Sie konnten komplett durchdrehen. Das muss wirklich eine unglaubliche Zeit gewesen sein», sagt Kessler. «Das ist doch der Traum von allen, dass das Hobby zum Beruf wird, und man damit auch noch unglaublich viel Geld verdient», sagt der Deutsche – und weiss durchaus, wovon er spricht.

Nach einer erfolgreichen Karriere im Kampfsport, in der er diverse nationale und internationale Titel erringen konnte, fing er 1994 eine Schauspielausbildung an. Mittlerweile wirkte Kessler in bekannten Produktionen wie «Cobra 11» oder «Tatort» mit und spielte an der Seite grosser Namen wie Sir Peter Ustinov, John Goodman oder Til Schweiger. «Ich habe immer gesagt, dass ich berühmt und scheisse reich werden will», so Kessler und lacht. Er ist ehrlich und authentisch, und sagt selber, dass er «nie ein Blatt vor den Mund nimmt».

«Bin kein Fan der Beatles»

Von Hamburg bis London

Das Beatles-Musical erzählt von den bedeutendsten Stationen der Beatles auf ihrem Weg zum Weltruhm: Von den ersten Auftritten im Hamburger Star-Club bis hin zu ihrem letzten gemeinsamen Konzert auf dem Dach eines Londoner Bürogebäudes. Die amerikanische Band «Twist & Shout» gibt die grössten Hits wieder.

Wäre dann nicht vielleicht von Anfang an die Rolle eines Beatles besser gewesen? «Nein, nein», lacht Kessler und sagt, dass «ich dazu einfach nicht das Aussehen habe». Ausserdem spiele er kein Instrument gut genug, seine Fähigkeiten am Schlagzeug seien bescheiden. «Aber ich wäre dennoch gerne einer von ihnen gewesen, am liebsten Ringo Starr.» Ihm sei er am ähnlichsten, was den Charakter angeht. «Ich glaube, wir haben es beide gerne lustig, das Leben ist doch schon ernst genug.» So passt es auch, dass Kessler umgehend anfügt, dass einer der Vorteile als Mitglied der Liverpooler Erfolgsband gewesen wäre, dass er alle Beatleinnen hätte treffen können.

Bereits zum zweiten Mal in Basel

Kessler kommt heute bereits zum zweiten Mal mit dem Beatles-Musical nach Basel. «Vor ein paar Jahren waren wir für drei Monate im Häbse-Theater. Das war eine Art Versuchsballon, wie das Musical ausserhalb von Hamburg ankommt.» Während seines dreimonatigen Aufenthalts habe er die Stadt Basel kennen- und schätzen gelernt. «Basel ist hervorragend. Die Uferlandschaft rund um den Rhein ist genial.» Doch am meisten imponiert hat ihm noch etwas ganz anderes: die Abfallentsorgung in der Stadt Basel. «Diese Organisation, davon könnte Berlin definitiv noch etwas lernen», so der Ur-Berliner, der seine Stadt mehr liebt als alles andere: «Alles was ich brauche, ist in Berlin.»

«Man wird Fan»

Heute Abend schwelgt er jedoch nicht in Erinnerungen an seine Heimat, sondern widmet seine ganze Aufmerksamkeit seinem Auftritt. Während der erste Teil des Stücks mehr Musical ist, ist der zweite Teil mehr ein Konzert, so Kessler. «Und ich persönlich freue mich besonders auf meine Drogen-Szene. Sie ist ein Highlight, weil sie die Geschichte auflockert.» Mehr wollte er nicht verraten. Während des ganzen Gesprächs wirkt Kessler euphorisch und total begeistert – und das für jemanden, der sich nicht als Beatles-Fan durchs Leben ging. «Man muss nicht Beatles-Fan sein, um dieses Musical zu besuchen. Aber man wird mit Sicherheit Beatles-Fan werden.»

Vorstellung: Samstag 20 Uhr, im Saal San Francisco des Congress Center Basel, Tickets erhältlich unter TicketCorner.ch oder an der Abendkasse.