Chienbäse

Seien Sie sich bewusst: Dieser Liestaler Feuerbrauch gehört nicht zur Basler Fasnacht und wird nie dazu gehören. Obwohl viele Zuschauer den Besuch des Chienbäse-Umzugs in Liestal mit dem des Basler Morgestraichs verbinden. Die SBB richten dafür extra Zugverbindungen ein, um rechtzeitig vom einen Termin zum nächsten zu kommen. Der Umzug beginnt am Sonntag, 18. Februar, um 19.15 Uhr im Stedtli Liestal und dauert bis 21 Uhr. Ausreichend Zeit also, sich noch eine Mütze Schlaf zu gönnen oder an einer dieser «Wir feiern in den Morgestraich»-Partys in Basel teilzunehmen.

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Morgestraich

Die grösste Attraktion für die meisten Fasnachts-Touristen. Am Montag, 19. Februar, um Punkt 4 Uhr heisst es wieder: «Morgestraich, vorwärts, Marsch!». Die dunkle Basler Innenstadt bebt vom Gross- bis ins Glaibasel, und in der berühmten Druggedde, also dem Gedränge, wird einigen Besuchern ziemlich flau. Was insbesondere feierwütigen Party-Touristen am Morgestraich gefallen soll, erschliesst sich den aktiven Fasnächtlern kaum; für sie ist der Morgestraich eine freudige, fast schon zeremonielle Eröffnung, der Beginn einer drei Tage dauernden Parallelwelt aus Klang und Farbe.

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Cortège: Montag und Mittwoch

Fraglos das grösste Zuschauerspektakel. Ab 13.30 Uhr beginnt am Montag und Mittwoch der Cortège, das Schaulaufen der grossen und kleinen Formationen vom Stammverein über Guggemusig, Wagen, von Pferden gezogenen Chaisen, Kleingruppen bis hin zu sogenannten Einzelmasken. Es ist einfach: Tragen Sie eine Blaggedde, die können Sie rund um den Cortège überall kaufen. Halten Sie Abstand von Aktiven, also Mensch und Tier gleichermassen. Und benehmen Sie sich. Übrigens: Konfetti heissen hier, Räppli, aber das wissen Sie sicher schon, und die hebt man nicht vom Boden auf. 

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Wild durch die Nächte

Die Basler Fasnacht dauert 72 Stunden. Das ist eine lange Zeit, vor allem, wenn man nicht schlafen geht. Die Abendstunden sind besonders in der Innenstadt ein Durcheinander aus Aktiven, Zuschauern und so genannten Passiven, also Basler, die keine Fasnacht machen, aber sie geniessen. Zum Beispiel in Cliquenkellern oder in Restaurants, wo die Schnitzelbängg auftreten. Auch hier gilt: Sie wollen feiern? Es gibt genug Gelegenheiten. Egal, ob im Unternehmen Mitte, in der Theater-Turnhalle oder im Breo-Keller. Aber respektieren Sie die Aktiven. Immer. Denn ihnen gehört die Fasnacht.

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Laternenausstellung

Daran führt kein Weg vorbei. Obwohl die Wagen- und Requisitenausstellung bei der Kaserne ebenfalls äusserst empfehlenswert ist, so ist die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz in ihrer Pracht nicht zu überbieten. Kunstwerk reiht sich an Kunstwerk vor der imposanten Kulisse des beleuchteten Münsters. Dieses Jahr wird die Ausstellung erweitert um den Innenhof des Museums der Kulturen, wo nicht nur weitere Laternen ausgestellt sind, sondern auch die Fasnachts-Ausstellung gastiert. Da die Fasnächtler die Ausstellung genau so besuchen, ist für Stimmung mehr als gesorgt.

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Kinderfasnacht

Für die Kleinen findet die Kinderfasnacht am Dienstagnachmittag statt. Das ist ein ausgewachsener Umzug mit teils ausgefallenen und extra kindgerechten Wagen und familiären Schyssdräggziigli. Dass der Dienstagnachmittag dermassen familiär ist, stellt eine jüngere Entwicklung dar. Vor noch nicht allzu langer Zeit war der Dienstag für die meisten Fasnächtler noch ein einfacher Ruhetag. Heute ist der mittlere Teil dieser 72 Stunden aber die wohl bunteste Spitze des fasnächtlichen Treibens, die sich durch Wildheit, Improvisation, Originalität und vor allem eben: Jö-Faktor auszeichnet.

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Guggenkonzert

Die grosse Show der Basler Guggemusig-Szene findet am Dienstagabend statt: das Guggenkonzert. Das Ganze beginnt um 18.30 Uhr mit einem Sternmarsch der Formationen, der zuerst das Kleinbasel erzittern lässt und dann am Barfüsserplatz und am Marktplatz endet, wo die einzelnen Gruppen eine Stunde später auf Bühnen auftreten werden. Die Plätze sind jeweils richtig voll, rechtzeitiges Bereitstellen empfiehlt sich. Oder man marschiert einfach mit den Gugge-Formationen ab Sternmarsch mit. Das verheisst zwar noch keinen besseren Stehplatz, aber zumindest einen vollen Sound.

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Das Ende

Am Mittwochabend neigt sich die Fasnacht dem Ende zu. Alle Formationen sind noch einmal unterwegs; besonders gegen Mitternacht ist ein Durchkommen in der Grossbasler Altstadt schwierig. Dann wälzen sich die mitgliederstarken Stammvereine in komplexen Manövern aneinander vorbei. Für Zuschauer ist der Ändstraich nicht ansatzweise so imposant wie der Morgestraich. Für Aktive hingegen ist es das Ende schlechthin. Sollten Sie bis dahin durchgefeiert haben, bedenken Sie: Alle sind müde. So richtig. Halten Sie den Aktiven einfach den Weg frei und alle sind zufrieden.