Ihr Blick wirkt ratlos, ein wenig verzweifelt auch. «Können Sie mir bitte sagen, wo ich den Stand von Betty Bossi finde?» Die ältere Dame, die nach dem Publikumsmagnet der vergangenen drei Muba-Ausgaben sucht, ist nicht alleine.

Mehrmals am Tag wird am Messestand der bz nach der Platzierung des Kochbuch-Labels gefragt. Die Koch-Shows von «Üsi Chuchi» waren der Renner, die Menschen drängten sich jeweils vor dem Stand, um den Köchen beim Zubereiten von Klassikern und Neuem über die Schulter schauen zu können – Rezepte mit Geling-Garantie – und danach zu degustieren und allenfalls den neuesten Spätzli-Blitz oder einen anderen nützlichen Küchenhelfer zu kaufen.

Tempi passati: Betty Bossi hat an der Muba ausgekocht und fehlt an der diesjährigen Ausgabe. Die Shows werden schmerzlich vermisst – nicht nur vom Publikum. Muba-Sprecherin Sabrina Oberländer sagt auf Anfrage: «Wir bedauern es sehr. Betty Bossi war ein toller Partner.»

Was ist der Grund, dass Betty Bossi trotz dieses Andrangs nicht mehr mitmacht? Gemäss Oberländer sei der Dreijahresvertrag «normal ausgelaufen». Viviane Bühr, Sprecherin von Betty Bossi, ergänzt: «Das war von Anfang an ein befristetes Engagement. Dass wir nicht mehr dort sind, hat nichts mit der Muba an sich zu tun.» Man sei «allgemein» daran, das Engagement an Messen zurückzufahren.

Unter den Ausstellern macht derweil ein Gerücht die Runde: Die Muba habe sich mit den Zürcher Köchen verkracht, man habe sich für eine weitere Laufzeit hinsichtlich Konditionen nicht einigen können, wird berichtet. Dies weist Oberländer weit von sich: «Wir sind auf keine Art und Weise verkracht. Vielmehr stehen wir in einem partnerschaftlichen und freundschaftlichen Verhältnis zu Betty Bossi.» Die Zürcher hätten um eine Pause gebeten: «Sie haben ihre Strategie überarbeitet, und dies würde auch den Auftritt an einer Messe verändern.»

Einen Ersatz gibt es nicht

Zurzeit ist die Messeleitung laut Oberländer daran, Betty Bossi mit einem neuen Konzept für die kommenden Ausgaben der Basler Publikumsmesse wieder als Partner zu gewinnen, man sei «im Gespräch für die Zukunft. Wir wissen nun, mit welchem Gefäss und mit welcher Zielgruppe wir wieder ein attraktiver Partner für Betty Bossi sein können,» sagt Oberländer.

Wie dieses Gefäss aussehen könnte und welche Ziegruppen konkret angesprochen werden sollen, dazu macht die Muba-Sprecherin keine weiteren Angaben. Klar ist hingegen: «Wir können und wollen Betty Bossi nicht durch ein anderes Kochlabel ersetzen. Das Portal ist einmalig in der Schweiz, und wir wollen nun wie gesagt versuchen, die Verantwortlichen mit einem neuen Konzept auf einer unserer Plattformen zu überzeugen.»

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