Es hört sich dramatisch an: Alle Mitarbeiter des Atlantis Basel haben den blauen Brief erhalten. Tabula Rasa im Basler Kultlokal, dessen 70. Geburtstag 2017 noch voller Enthusiasmus gefeiert wurde. Zuversichtlich schauten die Besitzer in die Zukunft. Und jetzt?

Tatsächlich habe man der Belegschaft gekündigt, bestätigt David Andreetti im Namen der Besitzerfamilien. Man sei nicht glücklich gewesen mit dem Gastroteil des Betriebs und zum Schluss gekommen, dass eine neue Struktur geschaffen werden müsse. «Wir möchten den unternehmerischen Teil im Betrieb belassen und uns nur noch um die Liegenschaft und den Konzertbetrieb kümmern», so Andreetti.

Die Gastronomie wird also ausgelagert, dafür suche man nun eine Pächterin oder einen Pächter. Die Umstrukturierung habe zur Folge, dass das Personal, rund zehn Festangestellte, die Kündigung erhalten hat. «Wir würden uns natürlich freuen, wenn die künftigen Pächter einzelne Mitarbeiter übernehmen würden», sagt Andreetti. Aber man wolle das nicht zur Bedingung machen.

Offensichtlich hat sich der gastronomische Teil nicht zur Zufriedenheit der Besitzerfamilien Andreetti/Rey entwickelt. Diese hatten das legendäre Haus und die Alligator -tis AG von Jürg Wartmann übernommen und 2014 Claudia Danuser als Geschäftsführerin installiert. Die Wirtin kündigte im Jubiläumsjahr 2017 überraschend und wechselte zur Kunsthalle, Zeljko Mitic rückte als Geschäftsführer nach. Kein Jahr später ist schon wieder alles anders.

Mit der neuen Struktur wollen die Besitzer Ruhe in den Betrieb bringen. Und auch selber zur Ruhe kommen, sprich nicht mehr ins Tagesgeschäft eingebunden sein. «Ob Hamburger oder Rindsfilet, ob jene Biermarke oder eine andere sind Fragen, um die wir uns nicht kümmern möchten», sagt Andreetti. Das Betriebs-Konzept soll von einem Gastro-Fachmann kommen, der das Lokal mieten möchte und bereit sei, das unternehmerische Risiko zu tragen. Die Besitzer möchten das «-tis» als Institution für Basel erhalten und den Konzertbetrieb garantieren.

Die Ausschreibung zur Pacht soll am Montag publiziert werden. Noch im Sommer möchte man den Schlüssel einer neuen Gastgeberin (oder einem Gastgeber) in die Hand drücken. Spätestens zum Klosterbergfest im August soll das Lokal dann – voraussichtlich nach kurzer Pause – unter neuer Leitung eröffnet werden.

An ihrem Grundkonzept, wie zu den goldenen Zeiten des Traditionslokals Konzerte durchzuführen, wollen die Besitzer festhalten und diese Bedingung auch im Pachtvertrag festhalten. «Das ist für uns eine Herzensangelegenheit», sagt Andreetti.

Stattliche acht Konzerte gehen in diesem Monat über die Bühne des Atlantis. Gebucht wurden sie von verschiedenen Veranstaltern, etwa dem Prattler Z7, dem Verein Groove Now sowie von Herrera Entertainment (Tanja Schmid).

Wer künftig neue Gastgeberin, neuer Gastgeber sein wird, darüber wolle man dann zu gegebener Zeit informieren.