Flughafen

Allschwiler marschieren zum Flughafen - doch die Gemeinde macht nicht mit

Am Samstag marschieren Fluglärmgegner zum Euroairport.

Am Samstag marschieren Fluglärmgegner zum Euroairport.

Am französischen Demonstrationstag «Marchons sur les aéroports» sind auch Schweizer dabei – nicht aber der Gemeinderat.

18 französische Flughäfen sind bei der Aktion «Marchons sur les aéroports» aufgelistet – Fluglärmgegner und Umweltaktivisten im ganzen Land marschieren am kommenden Samstag zu diversen Flughäfen. Ziel der Teilnehmer: Die Reduktion des Flugverkehrs. Die Aktion schlägt Wellen über die Landesgrenzen hinaus: So ist ein Marsch zum Euro-Airport Teil des Protests. Fluglärmgegner und -gegnerinnen aus der Schweiz und Deutschland werden am Samstag mit den französischen Demonstrierenden zum binationalen Flughafen ziehen.

Der Allschwiler Grüne Ueli Keller vom «Netzwerk für einen Ausbaustopp des Flugverkehrs vom und zum Euro-Airport» koordiniert gemeinsam mit ADRA (Association de Défense des Riverains de l’Aéroport de Bâle-Mulhouse) den Marsch von Saint-Louis-La-Chaussée zum Euro-Airport. «Der Plan zeigt klar, dass der Marsch vor dem Hauptgebäude auf der französischen Seite endet: Nichts von Pisten-Besetzung», sagt Keller. Die Demonstration soll laut ADRA «dans la bonne humeur, la non-violence, et le respect des personnes» stattfinden – mit guter Laune, ohne Gewalt und mit Respekt gegenüber Menschen. Bei Keller hätten sich schon etliche Personen gemeldet, die teilnehmen wollen.

Der Gemeinderat steht nicht hinter dem Anlass

Von der Idee überzeugt ist auch Rahel Bänziger, Präsidentin des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Basel-Mülhausen. Der Verband hätte eigentlich geplant, beim Marsch als Gruppe mitzumachen – doch in der Schweiz fällt der 3. Oktober mitten in die Schulferien. «Viele Mitglieder sind in den Ferien und können daher nicht teilnehmen», so Bänziger. Man habe aber alle Mitglieder über die Veranstaltung informiert – wer könne, mache mit.

Würde der Anlass nächstes Jahr an einem anderen Datum stattfinden, würde der Schutzverband «rechtzeitig zusammensitzen und ein Schweizer Pendant planen». Das wäre auch aus praktischen Gründen einfacher: «Diesmal wird auf französischem Boden demonstriert. Was, wenn die Demonstration durch die französische Polizei aufgelöst würde? In welchem Gefängnis würden wir landen?» Ob die Demonstration vom Samstag von den französischen Behörden bewilligt wird, ist noch unklar – dies werde bis am Freitag entschieden, sagt Ueli Keller.

Was aber bereits feststeht: Der Allschwiler Gemeinderat stellt sich nicht hinter die Aktion. Obwohl Keller den Gemeinderat darum gebeten hat, die Bevölkerung über den Anlass zu informierten, hat er sich dagegen entschieden. «Persönlich finde ich das eine tolle Sache», sagt Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli auf Anfrage. «Es ist aber nicht Sache des Gemeinderats, an einer Demonstration teilzunehmen oder diese zu bewerben.» Das sei das Mittel der Bevölkerung. Als Gemeinderat setze man sich für Gespräche ein – beispielsweise mit dem Regierungsrat – um gegen den Fluglärm vorzugehen. Beim Marsch wird Nüssli daher auch selber nicht dabei sein.

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