Die Kantonaltage an den Schweizerischen Landesausstellungen wurden aus der Not geboren. 1896 in Genf war das Wetter so schlecht, dass zahlreiche Aussteller ihre Ware zusammenpackten und abreisten. Damals war die Ausstellung noch viel mehr Handels- und Warenmesse als ideologische Selbstdarstellung.

Das Zentralkomitee schrieb darauf in seinem Rapport: «Pourqoui n’organiserons-nous pas des journées dédiées aux cantons, occasion pour les citoyens d’un même canton de visiter ensemble l’Exposition?» Die Einwohner aller Kantone sollten gemeinsam nach Genf gelockt werden. Man befand die Idee für gut, seither sind Kantonaltage fester Bestandteil aller Landesausstellungen.

Zum Baslertag 1896 – die beiden Basel hatten zur Premiere einen gemeinsamen Auftritt – schrieb die «National-Zeitung»: «Bei der Einfahrt in den Genfer Bahnhof spielte die Genfer Stadtmusik einen flotten Marsch und Ehrendamen in den Farben beider Basel empfingen nebst dem Genfer Komitee die Gäste vom Rhein.» Es gab einen Festumzug zur Ausstellung, man überschüttete sich gegenseitig mit Lob und lud am Abend zum Bankett.

Die Kantonaltage haben sich bis zur jüngsten Expo kaum verändert. Zur Landi 1939 in Zürich konnten sich die Basler Halbkantone allerdings nicht mehr zu einem gemeinsamen Auftritt durchringen. Das OK hatte den 8. Oktober als Baslertag festgesetzt, die Differenzen waren allerdings zu gross. So gab es zwei Baslertage mit je einem gesonderten Umzug durch Zürich.

Die Baselstädter stritten sich, ob sie bei den Erzfeinden ein Stück Basler Fasnacht vorführen sollten – sie haben es schliesslich nicht nur an der Landi, sondern auch an der Expo 64 in Lausanne und an der Expo.02 in Yverdon getan.

Stets ging es für beide Basel darum, sich von der besten Seite zu präsentieren. Die Baselbieter zogen in einem prächtigen Umzug durch Lausanne und präsentierten Handwerk und Tradition mit Seidenbändeln, Kirschbäumen und dem Rheinschiff MS Birsfelden. Die Städter führten in Zürich und Lausanne Lustspiele auf: «Underem Lällekeenig» und «Voici Bâle». In dieser Komödie über das Selbstverständnis der Basler heisst es unter anderem ganz unbescheiden:

Chemy – Wältindustry
sit Generatione dehaim am Rhy.
Handelsgschäft, Banke.
Derzue Erfindige, grossi Gedanke.
So isch Basel. Fir d’ Schwiz en Ehr!
Wisstes alli – mer gulte mehr.

2002 traten Stadt und Land wieder gemeinsamen auf – mit 1200 Musikern und unter dem Motto «Basel klingt gut».