Die Frauen in Baden waren die Ersten. Am 5. Januar 1919, also heute Samstag vor 100 Jahren, durften sie sich an der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung der Republik Baden beteiligen. Am 12. November 1918 hatte die provisorische deutsche Regierung um den Sozialdemokraten Friedrich Ebert das gleiche und direkte Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen beschlossen.

Für ganz Deutschland durften die Frauen ihr Wahlrecht erstmals am 19. Januar 1919 ausüben. Dann fand die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung statt, dem Vorgänger des heutigen Bundestages, des nationalen deutschen Parlaments. Deutschland war das erste grosse Land in Europa, in dem die Frauen das Wahlrecht erhielten.

In Basel-Stadt erst 1966

In Frankreich mussten sie bis 1944 und in der Schweiz sogar bis 1971 warten. Auf kantonaler Ebene war Basel-Stadt fünf Jahre früher dran: Am 26. Juni 1966 sprach sich eine Mehrheit der Männer für das Stimm- und Wahlrecht der Frauen aus – als erster Kanton in der Schweiz.

In Deutschland stellten die Frauen nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund der vielen gefallenen Männer mehr als 50 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung. Das oben abgebildete Plakat ist in der ausgezeichneten Ausstellung «Zeitenwende» im Lörracher «Dreiländermuseum» zu sehen. Das düster gehaltene Plakat appelliere vor allem an die Mütter, durch die Beanspruchung ihres Wahlrechts Verantwortung für einen guten Frieden und ausreichende Ernährung zu übernehmen, wie es im Katalog heisst. Ab 9. März zeigt das städtische Kulturamt von Rheinfelden/Baden im Schauraum (Karl-Fürstenberg-Str. 17) eine Ausstellung zu 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland.