Vorfasnacht
Alte Gefährten und ein neuer Bangg: Das Charivari 2019 mit dem Comeback von Sir Francis

Das Basler Charivari hat am Mittwoch sein Programm für 2019 vorgestellt. Das Team von Erik Julliard wartet mit einem eigenen Schnitzelbank auf. Und er bringt die grossen Namen früherer Vorfasnächte wieder zum Glänzen.

Fabian Schwarzenbach
Merken
Drucken
Teilen
Das letztjährige Charivari bot «einen Abend zum Lachen und Denken».
13 Bilder
Ein riesiges Buch steht auf der Bühne und leitet als roter Faden durch die fasnächtliche «Geschichte».
D Schlyffstai sind auch 2017 wieder mit dabei.
Stellt sich vor: Dr Biecherwurm.
Das Schauspielensemble Dr Abgsang
Für Stadt und Land, Nachtfalter Schränzer Pratteln.
Dr Hofnarr, Fasnachtsgesellschaft Seibi Basel 1933.
Schwyz/Wikinge
Dr Hofnarr, Fasnachtsgesellschaft Seibi Basel 1933.

Das letztjährige Charivari bot «einen Abend zum Lachen und Denken».

Roland Schmid

Ideen, die man nach ein paar Bierchen hat, sind nicht immer die Besten. Anders soll eine «Bieridee» beim nächsten Charivari Anklang finden. Programmchef Erik Julliard behauptete in trauter Runde, dass es nicht möglich sei, eine Art «Schnitzelbangg-Nationalmannschaft» auf die Beine zu stellen: «Vier, die ausgezeichnet singen, einer der hervorragend Gitarre spielen kann und ein toller Helgenmaler».

Am nächsten Morgen meldeten sich vier überzeugte Bänggler bei ihm – mit Restalkohol im Blut und in der entsprechenden «Kater-Stimmung». Somit war der «Kater-Bangg» geboren und wird die bisherigen «Gwäägi» und den neuen Bangg «D'Grysel» im Verse-Singen ergänzen.

Alte Namen, grosse Ehre

Die «Rahmestiggli» sollen für jeden Geschmack sein, betonte Regisseurin Colette Studer. «Es gibt lustige und poetische Nummern.» Das Ensemble sei nicht verjüngt worden – im Gegenteil, die Regisseurin setzt neu «auf Altbewährte»: Suzanne Thommen («La Grande Dame») und Peter Richner («Mister Tagesschau») bringen zusammen über 100 Jahre Bühnenerfahrung mit.

Die Bisherigen Martin Stich, Stephanie Schluchter, Tatjana Pietropaolo und der als «sympathische Zürcher» angekündigte Nico Jacomet werden wieder neben Colette Studer selber die Volkshaus-Bühne beleben. Vom Bühnenbild wollten die Macher nicht zu viel verraten. Studer freut sich aber über «ein traditionelles, wandelbares und spektakuläres Bühnenbild». «Ich habe Colette Studer für verrückt erklärt», beschreibt Julliard seine Reaktion auf die Idee Studers. Das Charivari soll zudem musikalischer werden.

Monsterauftritt der «Naarebaschi»

Die «Naarebaschi» werden jeden Abend aus ihren 40 Tambouren und 60 Pfeifern eine grosse Auswahl auf die Bühne stellen. «Es sind schon mit Abstand die Besten», so Julliard – er ist selber ein trommelndes Mitglied. Die Top-Pfeiffer «d Spitzbuebe», die nur aus Männern bestehen und die «Drummelgruppe Stickstoff», die ein «Showtrommeln» pflegt, sorgen für weitere fasnächtliche Klänge. Der auf nationaler Ebene höchst dotierte Trommler Ivan Kym will mit seiner «Fasnachtszunft Rhyburg Möhlin» die Basler in den Schatten stellen. «Sympathisch, dass er es uns zeigen will», kommentiert Julliard die Ansage des Fricktalers.

Abgerundet wird das musikalische Programm mit einer Gugge. Eigentlich wollten die Charivari-Macher eine einzige, die aber nicht zu finden war. Jetzt spielt jeden Abend eine andere. Die «Schlussnummer» ist aber einem «Superstar», so Julliard, vorbehalten: «Sir Francis». Das Kleinbasler Original gibt nach 40 Jahren sein Comeback auf der Charivari-Bühne.

Ab heute können Billette für die 15 Vorstellungen gekauft werden. Obmann Walter Studer hofft auf einen guten Verkauf, vor allem, da «eine Zellteilung grösseren Ausmasses bei den Vorfasnachtsveranstaltungen stattgefunden hat». Das Charivari scheint aber für den Verdrängungskampf im Vorfasnachtsgeschäft gerüstet zu sein.