Euro-Airport
Altes Flugzeug wirbt für neue Linien

Dieser Anblick brachte Flugzeug-Nostalgiker und Retrofans gleichermassen ins Schwärmen: Eine originale DC-3 der niederländischen Fluggesellschaft KLM landete gestern Nachmittag bei prächtigem Spätsommerwetter auf dem Basler Euro-Airport.

Moritz Kaufmann
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DC-3 der niederländischen Fluggesellschaft KLM
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DC-3 der niederländischen Fluggesellschaft KLM

bz Basellandschaftliche Zeitung

Dieser Anblick brachte Flugzeug-Nostalgiker und Retrofans gleichermassen ins Schwärmen: Eine originale DC-3 der niederländischen Fluggesellschaft KLM landete gestern Nachmittag bei prächtigem Spätsommerwetter auf dem Basler Euro-Airport. Die legendäre Maschine - 1944 wurde sie ausgeliefert - war auch über dem Himmel von Basel zu sehen. Das Flugzeug nahm in jeweils 20-minütigen Flügen eine Handvoll Passagiere zu einem Rundflug über das Rheinknie mit.

Neue Strecken ab Basel

Selbstredend hatte dieser Anlass auch einen Zweck: Die Flugzeuggruppe Air France-KLM, seit der Fusion 2004 die grösste Airline der Welt, wollte ihre neuen Linien nach Basel bewerben. Zum einen ist das die Route Marseille-Basel, die ab dem 2. Oktober in Betrieb genommen wird. Air France wird die französische Mittelmeermetropole, die eine Regionalbasis von Air France ist, einmal täglich mit dem Euro-Airport verbinden. «Wir sehen in der Verbindung Basel-Südfrankreich grosses Potenzial», sagt Vincent Vogt, der bei Air France-KLM für den Schweizer Markt zuständig ist. Bald sollen Verbindungen zu den Regionalbasen Nizza, Toulouse und Bordeaux folgen.

Andererseits verbindet KLM ab dem 30. Oktober jeweils morgens und abends Basel mit Amsterdam. Diese Flüge wurden bisher von Cityjet betrieben und werden nun von KLM übernommen. Auf dieser Strecke wird der französisch-niederländische Luftliniengigant allerdings mit der Billigfluglinie Easyjet zu kämpfen haben, welche Amsterdam teilweise ebenfalls zweimal täglich anfliegt. KLM rechnet sich jedoch aus, dass mit der neuen Verbindung mehr Basler für ihre Langstreckenverbindungen gewonnen werden können. «Die Flugzeiten sind nach den Flügen nach Nord- und Südamerika ausgerichtet», meint Vincent Vogt dazu, «Wir haben zwar auch Businesskunden im Visier, die morgens hin- und abends wieder zurückfliegen. Doch die sind nicht unsere oberste Zielgruppe.»

Den Flugzeugfreunden wars egal

Ob das Kalkül aufgeht, wird sich zeigen. Bereits heute setzen verschiedene Airlines auf Transitpassagiere - das sind Flugreisende, die unterwegs das Flugzeug wechseln. So kann man etwa mit der Deutschen Gesellschaft Air Berlin Flüge ab Basel in die ganze Welt buchen, bei denen man aber jeweils einen Zwischenstopp einlegen muss. Und auch die Swiss verbindet in Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern Lufthansa Basel mit vielen interkontinentalen Destinationen. Dass der Euro-Airport ein reiner Zubringerflughafen ist, bestreitet Flughafen-Sprecherin Vivienne Gaskell allerdings: «90 Prozent unseres Verkehrs sind Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.»

Den Flugzeugfreunden am EuroAirport waren die geschäftlichen Hintergründe jedoch völlig egal. Sie bestaunten die 36-plätzige, doppelmotorige Maschine, knipsten Erinnerungsfotos mit der Crew und versetzten sich in Zeiten zurück, als Fliegen noch ein Abenteuer war.