Es herrscht dichtes Gedränge vor der Safran Zunft. «Kommen sie?», fragt eine Frau und stellt sich auf die Zehenspitzen, um über die vielen Köpfe einen Blick auf die Strasse zu werfen. Alle warten nur auf sie, die Basler Bebbi. Die Clique, nicht die normalen Bebbi. Manche nutzen die Gelegenheit, um noch ein letztes Fasnachts-Selfie zu knipsen. Je höher der jeweilige Alkoholspiegel, desto skurriler die Posen. Kurz vor vier ist es dann soweit. Im Kreis stehen sie da, ihre schwarzen und weissen Irokesen-Helme ragen über die Köpfe der Zuschauer.

In der Mitte des Kreises steht der Tambourmajor als Darth Vader verkleidet und schwenkt seinen Tambourmajoren-Stägge. Als die Basler Bebbi dann noch den «Imperial March», aus der Filmtrilogie «Star Wars» anstimmen, geht nicht nur dem eingefleischten Fasnächtler, sondern auch jedem Star-Wars-Fan das Herz auf. Wären da noch die charakteristischen Atemzüge sowie die tiefe Stimme von Schauspieler James Earl Jones, so hätte manch einer schon vor dem definitiven Ende der drey scheenschte Dääg seine Emotionen nicht mehr im Griff.

«D’Vorfraid iiberwiegt»

Es wird ruhig in der Falknerstrasse, als die Basler Bebbi zu ihrem letzten Marsch der diesjährigen Fasnacht ansetzen. Nun gilt es, den Moment zu geniessen. Denn bald ist sie vorbei, die beste Zeit des Jahres. Als der letzte Piccoloklang und der letzte Trommelschlag verstummen, bricht das Publikum in Gejohle aus und applaudiert den Basler Bebbi. Und der Fasnacht. Und natürlich auch sich selber. Die Larven werden ausgezogen, die Fasnächtler umarmen sich, muntern einander mit den Worten «Neggscht Joor wiider» auf.

Doch nicht nur die Fasnächtler, auch die Zuschauer haben teils mit den Tränen zu kämpfen. «Ich bin mega happy und druurig at the same time», sagt eine junge Frau und spricht wahrscheinlich für alle, die sich hier versammelt haben, so speziell die Wortwahl auch ist.

Einer nach dem anderen verschwinden die Basler Bebbi in der «Saffere». Um dort noch ein Bier zu trinken und auf sich und die Fasnacht anzustossen.

Unterdessen haben auf dem Marktplatz schon die Aufräumarbeiten begonnen. Wo bis vor kurzem noch munter gepfiffen und getrommelt wurde, drehen nun Bagger, Schneepflüge und Kehrrichtwagen ihre Runden. Schon entstehen erste «Gässlein» durch das Meer von Räppli und Plastikbechern.

Ein einsamer Waggis überquert den Marktplatz. Er schiebt einen Besen vor sich her und leistet so seinen bescheidenen Anteil an den Aufräumarbeiten. Und andere tollen noch ein wenig im Fasnachtsmüll herum.

Bald wird nicht mehr viel von der Fasnacht übrig sein, ausser die Erinnerungen und natürlich die Vorfreude auf das nächste Jahr. Den nächsten Morgestraich. Denn wie einer der Fasnächtler sagt: «Es duet scho e weeneli weh, aber d’Voorfraid iiberwiegt.»