Kleinbasel
Am Dreiecksplatz kann bis zehn Uhr abends gefrühstückt werden

Voll besetzte Tische, schmucke Sonnenschirme und sommerliche Atmosphäre: Das Baudepartement hat am Donnerstag das «Dreiecksplätzli» an der Feldbergstrasse feierlich den neuen Pächtern übergeben.

Tumasch Clalüna
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Anwohner weihen den neuen Dreiecksplatz ein.

Anwohner weihen den neuen Dreiecksplatz ein.

Nicole Nars-Zimmer

Die offizielle Übergabe nach (fast) beendigtem Umbau lässt bereits erahnen, was die Gäste in Zukunft an der Ecke Feldbergstrasse-Claragraben erwartet. Ein Gastrobetrieb, der draussen und drinnen bis zehn Uhr abends Frühstück und die üblichen Getränke anbietet.

Der Weg dahin war aber mehr als beschwerlich. Nachdem der Platz lange als Treffpunkt für Junkies gedient hatte, begann man vor rund drei Jahren endlich über eine alternative Nutzung des alten Kioskhäuschens nachzudenken. Das ganze Quartier wurde in den Prozess mit einbezogen und genauso vielfältig waren die Meinungen. «Einige wollten lieber nichts machen, dann müsse man sich auch mit nichts auseinandersetzen», berichtet Therese Wernli vom Stadtteilsekretariat.

Während der Fussball EM 2008 hätten sie deshalb einmal ausprobiert, wie so ein belebter Platz wirken könnte. Das öffentliche und gemeinsame Anschauen von Fussballspielen sei durchaus positiv wahrgenommen worden.

Während des langen Findungsprozesses wurde das Gebäude erstmals zwischengenutzt: Vor zwei Jahren entstand an genau diesem Ort das halblegale Kunstprojekt «Provisorische Tramhaltestelle». Auf diese Geschichte verweist auch Regierungsrat Hans-Peter Wessels, wenn er die Bedeutung solcher Interventionen für das Quartier und die dort wohnenden Menschen betont. Dies selbst, wenn sie illegal erfolgen. Was noch fehle, seien die Bäume, aber die würden ab Herbst auch noch wachsen.

Gleiches wünscht man den Betreibern, die auf dieser winzigen Fläche ein vollumfängliches Angebot bieten: Ein Teil des Gastraums befindet sich sogar im Innern der Hütte. Reichlich eng also. Die Angestellten stammen vom Integrationsprojekt B2, geleitet werden sie von den Chefs: Theo Reichert und Glyn Herzog. An Land gezogen hat den Kiosk aber Daniel Brunner, der im Gundeli auch das «5 Signori» betreibt. Er hat die Ausschreibung in der Quartierzeitung «Mozaik» gesehen und die anderen mit an Bord geholt.

«Tor zum Matthäus» nennt Therese Wernli den Dreiecksplatz. Auch bei der Einweihung waren viele Leute aus dem Quartier zugegen; neben Kulturvertretern aus der ganzen Stadt. Der Platz bewegt. Jedoch scheint es etwas unverständlich, dass der Kiosk nur bis 22 Uhr betrieben werden darf, wenn rundherum alle Restaurants die ganze Nacht geöffnet sind. Definitiv ein Zugeständnis an die Anwohner, die sich neben der Feldbergstrasse nicht noch mehr Lärm zu wünschen scheinen.

Am Eröffnungsabend entsteht jedenfalls noch eine richtige Feieratmosphäre, als die «Danny and the two toms» aufspielen und sich langsam die Gewitterwolken zusammenbrauen. Ein erfolgreicher Start für den Kiosk, der seine Pforten allerdings erst im August richtig öffnen wird. Die grosse Einweihungssause gibt es am 17. August.

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