Geo-Tag der Natur
Am Geo-Tag kann man sich 24 Stunden mit Profis auf die Lauer legen

Zum Geo-Tag der Natur öffnen die Merian Gärten Ihre Tore einen Tag lang für Naturbegeisterte und Hobbyforscher.

Delphine Conzelmann
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Geo Tag der Natur
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Alte Eichen sind die Heimat des Hirschkäfers.
Die Merian Gärten bieten noch unbekannte Biodiversität.
Eine seltene Orchideenart ist der Bienenragwurz.

Geo Tag der Natur

ZVG/CMS

Wald, Wiese, Wasser und jede Menge unentdeckte Bewohner: Die Merian Gärten sind beispielhaft für das Ökosystem der Region Basel. Ab heute Abend sind grosse und kleine Naturbegeisterte im Rahmen des diesjährigen «Geo-Tags der Natur» eingeladen, die vielfältige Lebenswelt einen ganzen Tag lang genauer beobachten.

An die Hand genommen werden sie dabei von verschiedenen Experten, die zu jeder vollen Stunde die Hobbyforscher für einen neuen Aspekt begeistern werden. Mit dabei sind auch Wissenschaftler des Natur- historischen Museums Basel, das den Anlass in Zusammenarbeit mit den Merian Gärten organisiert.

Vögel, Wasserorganismen, Kriechtiere und die verschiedensten Pflanzenarten: Die Feldforschung soll Besonderes für jeden Geschmack zutage bringen. Dabei soll sowohl für die Profis, als auch die Laien eine Frage im Zentrum stehen: Wie viele verschiedene Arten lassen sich während 24 Stunden entdecken?

Auf der Suche nach neuen Arten

Die lokale Grünoase wurde noch nie zuvor so gründlich nach den Tieren und Pflanzen, die darin leben, durchforstet. Die Ergebnisse der Aktion werden daher auch für die Merian Gärten selbst eine grosse Überraschung. Kommunikationsleiterin Alexandra Baumeyer hofft auf Sensationelles: «Wer weiss, vielleicht entdecken wir ja auch eine völlig unbekannte Tierart», scherzt sie. Aber auch, wenn den 45 Wissenschaftlern, die heute mit ihrer Suche beginnen, schon andere Forscher zuvorgekommen sind, werden sie dazu beitragen, die Biodiversität in der Region besser zu verstehen.

Je besser bekannt ist, was sich in den Wiesen und Gewässern so tummelt, desto besser können die Arten geschützt werden. 40 Prozent des Merian Garten Areals steht bereits unter Naturschutz, eine Fläche, die sich nach den Entdeckungen der nächsten Tage vergrössern könnte. Passend ist daher auch das offizielle Motto des Tages «Nur was man kennt, kann man auch schützen», unter welchem das Magazin Geo seit 1999 Feldforschungen in verschiedenen Städten im deutschsprachigen Raum organisiert.

Ungefähr 12 000 Beteiligte werden dieses Jahr dabei sein, und zwar sowohl offizielle Institutionen, als auch Privatpersonen, die auf eigene Faust untersuchen wollen, was vor ihrer Haustür lebt. Je nach Grösse des jeweiligen Events ist damit auch viel Vorbereitung verbunden.

Wie die Motten zum Licht

Manche Forscher, haben sich, laut Baumeyer, deshalb schon vor Tagen auf die Lauer gelegt. Dabei sind sie auch aktiv nach Tieren auf der Suche, die ihnen nicht zu entwischen drohen. So sind in den letzten Tagen auf dem ganzen Areal Bretter ausgelegt worden, unter denen sich die verschiedensten Schneckenarten sammeln sollen.

Wer heute Abend um acht Uhr den Schneckenexperten Peter Landert begleitet, dem wird er deshalb bereits eine Pracht besonderer Exemplare der sonst so alltäglichen Weichtiere präsentieren können. Ein Grossteil der Expertenarbeit in den nächsten zwei Tagen wird darin bestehen, die richtigen Tricks anzuwenden, um die gewünschten Gartenbewohner anzulocken.

Ein besonderes Highlight des Tages, oder besser: der Nacht, wird die Nachtfaltertour: Erfolgreicher, als jedes Wohnzimmerlicht, das in Sommernächten die ungeliebten Gäste ins Haus lockt, soll das Speziallicht der Experten alle Falter in der näheren Region zur Feldforschung anziehen.

Im Scheinwerferlicht des restlichen Geo-Tages stehen die Tiere, die sich sonst im Alltag wenig Beliebtheit erfreuen: Spinnen, Heuschrecken, Fledermäuse und Käfer. Wer sich deshalb vielleicht nicht ganz so tief in die Wälder und Wiesen vorwagen will, der kann im Lehmhaus, das zum Basislager der Forscher erkoren wurde, den Profis bei der Auswertungsarbeit über die Schulter schauen und sein Wissen spielerisch testen.

Nach getaner Arbeit oder zur Stärkung zwischendurch kann bei Lagerfeuer und Schlangenbrot weiter mitgefiebert werden, wenn die Zahl der entdeckten Arten weiter wächst.