Die Zahlen sind eindrücklich. Gegenüber 2014 werden im Jahr 2035 mit über 6,5 Millionen Personen knapp 500 000 mehr Einwohner in der Oberrheinregion leben. Die trinationale Region besteht aus der Nordwestschweiz, dem Elsass, Baden und der Südpfalz. Die Zahlen stammen aus der kürzlich erschienen Broschüre «Oberrhein, Zahlen und Fakten 2016».

1,7 Millionen am Oberrhein

Analysiert man sie genauer, stellt sich die Nordwestschweiz mit den fünf Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Aargau, Solothurn und Jura als der eigentliche Wachstumsmotor heraus. Das Elsass wird zwar 2035 die Zweimillionengrenze geknackt haben und um 132 000 Einwohner zulegen und Baden um 100 000, das hauptsächliche Bevölkerungswachstum allerdings geschieht mit einem Plus von 251 000 in der Nordwestschweiz. Dort leben 2035 voraussichtlich über 1,7 Millionen Menschen.

Die Schweizer Zahlen für die Broschüre stammen vom Bundesamt für Statistik. Das starke Wachstum geht laut einer Medienmitteilung vor allem darauf zurück, dass die Personen im Rentenalter in allen Kantonen, also auch in der übrigen Schweiz, stark zunehmen werden.

Innerhalb der Nordwestschweiz wird der Aargau von 2014 bis 2035 um über 140 000 Einwohner zulegen und fast die Zahl von 800 000 erreichten – das ist ein Wachstum von 22 Prozent. Auch der Kanton Solothurn weist mit 16 Prozent ein kräftiges Plus auf, der Jura mit 10 Prozent und die beiden Basel mit je 9 Prozent wachsen verhaltener.

Allerdings kommt es bei diesen Ausblicken darauf an, welche Zukunftsszenarien man zugrunde legt. So legte das Statistische Amt 2016 Basel-Stadt eine Studie mit einem sogenannten hohen Szenario vor, das davon ausging, dass die Einwohnerzahl bis 2035 um 19 Prozent um 38 000 auf 236 000 zunahm. Das Hauptwachstum wäre dann im Kleinbasel. Beim mittleren Szenario, für das der Kanton bei seinen Planungen ausgeht, sank das Wachstum auf 6 Prozent und der Stadtkanton wuchs noch auf 208 000 Einwohner.

Riesige Unsicherheiten

Politische Entwicklungen wie die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative werden laut Lukas Mohler, Produktteamleiter Methodik, Modelle, Prognosen beim Statistischen Amt Basel-Stadt, nicht explizit berücksichtig, drücken sich aber durch die gewählten Szenarien aus. «Bei einer harten Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative würde man so eher von einem tieferen Szenario ausgehen.» Bei den Prognosen berücksichtige man Hypothesen zur Bautätigkeit, Zuwanderung oder Geburts- und Sterberaten. Dies seien neben anderen die wichtigen. «Das ist mit riesigen Unsicherheiten behaftet», erklärt Mohler. Im tiefen Szenario sinkt die Basler Bevölkerung bis 2035 auf 186 000 Personen. Gründe für eine solche Entwicklung wären eine tiefe Bautätigkeit und damit verbunden eine geringe Zuwanderung.

Das Baselbiet rechnet in seinem Kantonalen Richtplan, der im September vorgestellt wurde, mit einem hohen Szenario. Dies bedeutet für 2035 326 000 Einwohner, also ein Plus von über 40 000.

Schaut man die Entwicklung der gesamten Schweiz an, liegt der Wachstumsmotor Nordwestschweiz nur im Durchschnitt. Laut Bundesamt für Statistik wachsen die fünf Kantone der Nordwestschweiz zwischen 2015 und 2035 um 16 Prozent – es bezieht sich bei seinen Berechnungen auf ein Referenzszenario mit dem wahrscheinlichsten Verlauf. Die ganze Schweiz legt bei den Bevölkerungszahlen um 18 Prozent zu und würde bei einem Plus von über 1,5 Millionen Einwohnern 2035 auf knapp 9,8 Millionen kommen. Die angenommene Entwicklung der Nordwestschweiz ist also sehr ähnlich.

Broschüre unter Downloads: www.oberrheinkonferenz.org