In einer Zwischenbilanz unterstreicht Baselworld-Leiterin Sylvie Ritter, dass "80 Prozent der Schweizer Uhrenexporte in diesem Jahr an der Messe vertreten sind". Und dies obwohl innert Jahresfrist die Zahl der Aussteller von 1300 auf noch 650 abgesackt ist. Um den Aderlass zu stoppen, wurden in diesem Jahr die Mietpreise um 10 Prozent gesenkt und die Dauer der Messe von acht auf sechs Tage verkürzt.

Viele Aussteller hatten einen übermässigen Preisanstieg, den Rückgang der Besucherzahlen und die beschränkte Sichtbarkeit ihrer Stände angeprangert. Einige Uhrenhersteller organisierten sogar eine Konkurrenzveranstaltung im neuenburgischen La Chaux-de-Fonds.

"Der Salon hat in den vergangenen 40 Jahren zu einem Wachstum der Schweizer Uhrenindustrie geführt, sagt Copard-Co-Chef Karl-Friedrich Scheufele gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Mit dem Internet habe sich das Geschäftsumfeld, die Werbung und der Verkauf verändert. Und dies betreffe auch die Baselworld.

"Das Modell ist veraltet", sagt Elie Bernheim, Chef von Raymond Weil. Deshalb müsse sich die Messe mehr in Richtung Technologie und digitales Zeitalter entwickeln.

Nur noch Blitzbesuche

Die Bedeutung, die einige Chefs von Uhrenmarken der Messe am Rhein zusprechen, ist sichtbar zurückgegangen. Früher verbrachten Spitzenmanager mindestens drei Tage an der Baselword - in diesem Jahr begnügten sich einige von ihnen mit Blitzbesuchen.

Dennoch behält die Uhrenmesse ihre internationale Ausstrahlung. "Das ist etwas, das wir beispielsweise nicht an der Fachmesse EPHJ in Genf nicht können, erklärt Bourquard Pascal, Vizechef von Biwi. Der jurassische Armbandhersteller ist einer der letzten acht Schweizer Anbieter, die noch in Basel ausstellen.

"Die Baselworld hat mehr Gewicht als der Internationale Uhrensalon in Genf", ist Hublot-Chef Ricardo Guadalupe überzeugt. "Am Tag, an dem einer der Grossen geht, wird die Totenglocke der Baselworld läuten. Wenn jemand aus Asien kommt und die Hälfte seines Umsatzes nicht ausgestellt wird, wird er nicht nach Basel reisen", sagt Jean-Claude Biver, Chef von Tag Heuer.

Einer der grossen Pluspunkte der Baselworld ist der soziale Austausch. "Wenn es nur um den Verkauf ginge, würden wir Basel nicht brauchen", ergänzt Biver, der auch Präsident der Uhrensparte der LVMH-Gruppe ist.

Alles viel teurer

Certina-Präsident Adrian Bosshard würde es jedoch gerne sehen, wenn die Messe am Rhein für alle - auch kleinere Marken zugänglich und die Kosten niedriger für Aussteller und Besucher wären.

Auch die Preisaufschläge ausserhalb des Salons bieten Anlass zur Kritik: "Die Hotelzimmer und die Restaurants sind unheimlich teuer. Diese Preisspirale ist sehr gefährlich", bedauert Corum-Chef Jérôme Biard die Situation.

Eine Rechnung steht weiterhin an erster Stelle: "Was unsere Präsenz bestimmt, ist die Rentabilität", sagt ein Manager. "Das Geschäft hier ist sehr interessant", sagt Biwi-Vizechef Bourquard. Biwi erwirtschaftet etwa 20 Prozent des Jahresumsatzes an der Baselworld.