Rheinuferweg
Am Wochenende steht das «Lindan-Weglein» allen offen

Ab April ist der Rheinuferweg unterhalb des Novartis Campus hindurch endlich offen. Doch die Wanderlust kann man nur am Wochenende uneingeschränkt ausleben. Wochentags ist an der Landesgrenze Schluss. Denn die Lindansanierung am Rheinufer ist noch nicht abgeschlossen.

Peter Schenk
Merken
Drucken
Teilen
Neues Paradies für Spaziergänger – mit sporadischer Schadstoffbelastung: Die neue Rheinuferpromenade im St. Johann.

Neues Paradies für Spaziergänger – mit sporadischer Schadstoffbelastung: Die neue Rheinuferpromenade im St. Johann.

Juri Junkov/Fotograf

In der zweiten Aprilhälfte ist es endlich so weit: Die Rheinuferpromenade, die von Basel St. Johann bis zur Dreiländerbrücke im elsässischen Huningue führt, wird eröffnet. «Wir planen mit unseren Nachbarn zurzeit eine länderübergreifende Eröffnungsfeier», teilt Daniel Hofer, Mediensprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, der bz mit.

Es ist eine ewige Geschichte. Ursprünglich sollte der Promenadenweg für Velofahrer und Fussgänger 2012 fertig sein. Die gute Nachricht, dass er bald eingeweiht wird, hat allerdings einen Haken. Dies hängt mit der Lindansanierung zusammen, die derzeit noch direkt hinter der schweizerisch-französischen Grenze auf dem Gelände der ehemaligen industriellen Kläranlage Ara Steih im Elsass läuft. Hier sind 55 000 Kubikmeter bis zu einer Tiefe von 14 Metern mit Nebenprodukten der Lindanproduktion – eines Insektizids, das heute verboten ist – verunreinigt.

Die Federführung bei der Sanierung hat Novartis. Die Kosten werden auf 200 Millionen Euro geschätzt. Im September 2013 mussten die Arbeiten wegen Geruchs- und Staubemissionen unterbrochen werden. Sie werden voraussichtlich noch bis 2017 dauern.

Auch am Wochenende mal zu

Die Rheinuferpromenade wird deshalb in seiner ganzen Länge bis zur Dreiländerbrücke nur an den Wochenenden uneingeschränkt geöffnet werden. Und auch dann mit möglichen Ausnahmen. Novartis-Mediensprecher Patrick Barth teilt mit: «Die französischen Behörden haben entschieden, den geplanten Radweg an den Wochenenden mit Einschränkungen für die öffentliche Nutzung freizugeben. Ara Steih begrüsst diesen Entscheid, hält aber fest, dass die Sanierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind und deshalb an den Wochentagen – und teilweise auch an den Wochenenden – der Radweg in Absprache mit den relevanten französischen Behörden arbeitsbedingt geschlossen bleiben wird.»

Er fährt fort: «Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass es im Verlaufe der Sanierung auch an Wochenenden zu Geruchsemissionen kommen kann. Die Messaktivitäten werden wie bis anhin weitergeführt, um sicherzustellen, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung besteht.» Ähnlich tönt es bei Hofer: «Dies gewährleistet den reibungslosen Ablauf der laufenden Sanierungsarbeiten. Nach Abschluss der Deponiesanierung, voraussichtlich 2017, wird der Rheinuferweg auch auf der französischen Seite durchgehend geöffnet sein.»

Ein Trostpflaster gibt es, denn am spektakulärsten und schönsten wird die Uferpromenade auf der Basler Seite. Bis zur Grenze wurden hier 28 Millionen Franken verbaut. So überwinden die gestaffelten Trockensteinmauern aus Sandsteinblöcken Höhenunterschiede von bis zu elf Metern. Die stellenweise 10 bis 30 Meter breite Promenade ist hochwassersicher – Bänke und Bäume locken zum Verweilen. Unterhalb befindet sich ein Meter über dem Rhein-Mittelwasser der Bermenweg. Für Rheinschwimmer sind vier Ausstiege und Duschen vorgesehen. Von der Promenade aus ist der Zugang ins Restaurant im neuen Novartis-Hochhaus möglich.

Lärmproblem noch zu lösen

Ein Problem gibt es mit dem Lärm der Dreirosenbrücke, die rheinaufwärts offen ist. Daniel Hofer teilt dazu mit: «Der Kanton Basel-Stadt prüft zusammen mit der Novartis und dem Bundesamt für Strassen Massnahmen, um den Lärm der Dreirosenbrücke zu reduzieren.» Für die Autobahn sei der Bund verantwortlich. «Die Angelegenheit ist allerdings komplex. Es ist zum Beispiel nicht möglich, die zweite Brückenseite einfach auch zu verglasen, weil dann im Brandfall Hitze und Rauch nicht mehr abziehen könnten.» Ursprünglich hatte Baudirektor Hans-Peter Wessels einmal einen Flüsterbelag angekündigt. Auch diese Variante wird geprüft.