Es ist eine blutige Liste. Karl Barth erwischte es. Auch Francine Jordi. Eva Herzog musste dran glauben, Minu sowieso und gar Sepp Blatter kam schon dran: Sie alle wurden von der Vebindung Zofingia kalt ermordet und dazu einem grossen Publikum als «Lyyche» vorgeführt. So heisst das, wenn die Studenten berühmte Persönlichkeiten persiflieren. In den sogenannten Stiggli, dem humoristischen Rahmenprogramm des Zofingerconzärtlis. So ist es und so war es schon zu Gründerzeiten. Seit 128 Jahren wird das Conzärtli aufgeführt. Damit ist es die älteste Vorfasnachts-Veranstaltung in Basel.

An drei aufeinanderfolgenden Tagen, beginnend am 9. Februar (Hornig!), finden die Vorstellungen statt. Der Inhalt ist ein Mix aus traditioneller Fasnachtsmusik (es tritt die Clique OnYva auf), ultratraditioneller Verbindungsmusik und Laientheater – jenem Teil, in dem die Verfehlungen dreier Berühmtheiten aufs Korn genommen werden. Üblicherweise erhalten diese einen Spitznamen. In diesem Jahr heissen die Lyyche Bundesrätin Doris Leuthard («Bohr’is Gotthard»), Regierungsrat Baschi Dürr («Waschi Düür») und Swiss Indoors-Turnierdirektor Roger Brennwald («Rot-chez Prellball»). Von ihnen wird allgemein erwartet, dass sie zu ihrer humoristischen Hinrichtung an der Premiere erscheinen, denn eigentlich ist es auch eine Ehre, auf die Schippe genommen zu werden. Bei Dürr und Brennwald stehen die Chancen dafür gut, mit Leuthard stehe man zumindest in Kontakt. «Aber bei Bundesräten weiss man halt nie», wie Conzärtli-Regisseur Lukas Notz an der gestrigen Medienpräsentation sagte. Diese fand am Morgen vor der Mordnacht statt. So wird jene Nacht genannt, in der die Mitglieder der Verbindung ihre Werbeplakate in der Stadt aufhängen. Da dies illegal geschieht, werden sie in der Regel von der Polizei gejagt.

Cramer bleibt noch verschont

Verschont wird hingegen Bald-Regierungsrat und Zofingia-Mitglied Conradin Cramer (LDP). Zumindest noch in diesem Jahr. Wie Conzärtli-Präsident Franz Martina sagte, brauche es «schon noch ein grösseres Malheur, als die Wahl zum Regierungsrat», um zur Zielscheibe der studentischen Satire zu werden.

Die Zofingia ist eine 1819 gegründete Studentenverbindung. Sie ist nicht-schlagend, lässt aber nur Männer in ihre Reihen. Die Basler Sektion ist eine von 13 Untergruppierungen der schweizweit aktiven Gesellschaft.

Der Vorverkauf findet vom 28. Januar bis 8. Februar im Citycenter der IWB statt. Dieses hat spezielle Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr sowie Samstag von 10:00 bis 15:00 Uhr. Ein Ticket kostet 35 Franken.