Das Konzept des Kleinbasler Restaurants Union wird auf Anfang 2012 komplett umgekrempelt. Bisher stand es mit dem Kultur- und Begegnungszentrum Union sowie dem gleichnamigen Restaurant unter derselben Leitung. Nun aber verlässt Leiterin Barbara Graf Mousa das Zentrum auf Ende Dezember. Zudem wird das Restaurant verpachtet: Die Rhyschänzli GmbH soll es ab Januar führen (die bz berichtete).

Stefan Grieder und Jérôme Beurret, die Besitzer des Rhyschänzli im St. Johann-Quartier, wollen mit ihrem Konzept junge Leute ins Union an der Klybeckstrasse locken - und zwar mit amerikanischer Küche. Zu viel will Grieder nicht verraten: «Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Unsere Idee ist also noch nicht spruchreif.» Klar ist jedoch: «Wir wollen Burger, Steaks, Rips, Fischgerichte, aber auch Salat anbieten.»

Das Interesse nach einer Beiz dieser Art sei bei der Bevölkerung sicherlich da, ist Grieder überzeugt. «Das Kleinbasel liegt bei den Jungen im Trend.» Als Beispiel nennt er die Restaurants «Zum goldenen Fass» oder die «Friends Bar». Zudem habe das Rhyschänzli an der Kasernen-Buvette, die die Beiz während der Sommermonate zum ersten Mal führte, diese Menus angeboten. «Die Gäste waren begeistert.»

So, wie Grieder das vorgesehene Konzept des Restaurants Union schildert, wird dieses nicht mehr mit dem Kultur- und Begegnungszentrum zusammenarbeiten: «Wir wollen weg vom Schmelztiegel zwischen Kultur, Begegnung und Gastronomie.» Jacqueline Weber, Vorstandspräsidentin des Zentrums, hofft dennoch, dass Berührungspunkte entstehen.
Froh über Führungsabgabe

Sie sei froh darüber, die Führung des Restaurants nach einem Jahr abzugeben - bis dahin nämlich gab es einen anderen Pächter. Nun könne sie sich wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, führt Weber aus. «Wir bieten Angebote für alle Leute aus dem Quartier wie Sprachkurse an, führen Veranstaltungen, Konzerte und Podiumsdiskussionen durch.» Ein Bereich gehöre auch der Integration an.
Zu Stefan Grieders und Jérôme Beurrets Union-Plan will Weber sich nicht äussern - genauso wenig wie Barbara Graf Mousa. Sie habe im Union vier schöne, spannende und lebendige Jahre erlebt, sagt Graf Mousa. Die Noch-Union-Leiterin verlässt das Begegnungszentrum Ende Jahr, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen.