Energieeffizient
Amt für Umwelt und Energie: Der Staat will bauen, was er predigt

Der Neubau des Amts für Umwelt und Energie an der Spiegelgasse nimmt langsam Gestalt an. Der Kanton hat ein generelles Baubegehren eingereicht. Das Projekt sieht neben Energieeffizienz auch Fotovoltaikanlagen an den Aussenfassaden und dem Dach vor.

Nicolas Drechsler
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Hier kommt es hin, das neue AUE im Stadtzentrum: Spiegelgasse.

Hier kommt es hin, das neue AUE im Stadtzentrum: Spiegelgasse.

Juri Junkov

Noch ist das Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE) an der Hochbergerstrasse nahe am Hafen zu Hause. Das Gebäude ist nicht nur abgelegen, es entspricht auch in keiner Weise den Anforderungen an ein energieeffizientes Bürogebäude. Und die Arbeitsplätze sind so düster, dass man sich in einer Erdmännchen-Burg wähnt. Das soll sich ändern, und zwar mit einem Neubau an der Schifflände, genauer gesagt an der Spiegelgasse 11 und 15, hinter dem Gebäude der alten Börse. Vor einem Jahr segnete der Grosse Rast ein entsprechendes Kreditbegehren der Regierung für ein Vorprojekt ab.

Nun hat der Kanton ein generelles Baubegehren eingereicht, wie dem Kantonsblatt zu entnehmen ist. Damit werden die Pläne konkreter an der Spiegelgasse den «Leuchtturm» in Sachen Arbeitsplatzgestaltung und energietechnischem Bauen zu errichten, von dem der stellvertretende Direktor des AUE, Dominik Keller, vor Jahresfrist geschwärmt hatte. Und auch der Regierungsrat hatte in seinem Ratschlag ans Parlament bereits erklärt, er habe das AUE als «Leuchtturmprojekt» deklariert. Das Projekt sieht neben den höchsten Standards in Energieeffizienz vor allem auch Fotovoltaikanlagen an sämtlichen Aussenfassaden und auf dem Dach vor. Die Arbeitsplätze, so eine weitere Versprechung im Projekt der Architekten Jessen und Vollenweider, sollen alle einen «Aussenbezug haben».

Ein erster Schritt

Das generelle Baubegehren sei ein erster, wichtiger Zwischenschritt erläutert Projektleiter Alan Wakefield vom Hochbau- und Planungsamt: «Wir befinden uns in der Schonzone und müssen dem Stadtbild Sorge tragen. Bisher sind die Rückmeldungen zum geplanten Neubau positiv.» Insbesondere die Montage von grossflächigen Solaranlagen ist in der Schonzone nicht unproblematisch. Hier könnte aber erleichternd wirken, dass die Gebäude an der Spiegelgasse, die dem Neubau weichen müssen, wohl nur von wenigen als architektonisch besonders wertvoll bezeichnet werden dürften.

Ein Neubau kann beinahe nur eine Verbesserung bringen. Mit dem Spiegelhof vis-á-vis und der Kantonalbank nebenan sind auch keine eigentlichen Alt-Stadtbauten in der direkten Nachbarschaft auszumachen. Dennoch meint Wakefield: «Das generelle Baubegehren soll helfen, einige grundlegende Fragen zu klären und allfällige Auflagen ins definitive Projekt einfliessen zu lassen.»

Die Anforderungen an dieses Projekt sind im regierungsrätlichen Ratschlag relativ klar geregelt: Im neuen Gebäude sollen die 64 Angestellten Platz finden, die derzeit für die Abteilungen des AUE tätig sind. Doch der Staat will eine Reserve haben. Er plant deshalb zehn zusätzliche Arbeitsplätze ein. Ausserdem soll das Gebäude den Aufgaben des AUE besser Rechnung tragen: Es gibt einen eigentlichen Empfangsbereich und eine kleine Cafeteria. Das AUE hat je länger je mehr Kundenkontakte und Besucher, da es Beratungen in verschiedenen Bereichen auf- und ausgebaut hat.

Mit gutem Beispiel voran

Vor allem will die Regierung aber, wie erwähnt, ein Musterbeispiel dessen errichten, was das AUE auch als zentrales Anliegen vertritt: eine energietechnisch sinnvolle Bauweise. Das fängt bereits beim Abriss der bisherigen Gebäude an. Für diesen soll von den Planern ein Konzept geliefert werden, «das die Trennung, Wiederverwertung und Entsorgung der Bausubstanz möglichst umweltschonend regelt.»

Und in die Energiebilanz soll nicht nur Wärme und Strom einbezogen werden, sondern der konkrete Verbrauch unter Normalbetrieb, also auch die Energieverbraucher wie Kopiergeräte, Drucker, Bildschirme und so weiter. Die Architekten sollen dann «zusammen mit den Nutzern Massnahmen zur Effizienzsteigerung erarbeiten». Das AUE soll also nicht länger nur das Energiesparen predigen, sondern auch mit gutem Beispiel vorangehen.

Im Hochbau- und Planungsamt geht man davon aus, dass bis Ende Jahr der Entwurf für den definitiven Ratschlag steht. Dieser muss dann vom Grossen Rat abgesegnet werden, zusammen mit dem Kreditbegehren über die Baukosten, die die Regierung derzeit auf elf Millionen Franken schätzt.

Baubeginn wäre 2015 und einzugsbereit soll das Gebäude gemäss Plan im Jahr 2018 sein.