BScene
An der diesjährigen BScene «rocken» vor allem Bands aus Basel

Kleiner als bisher und mit besonders vielen Basler Musikerinnen und Musikern – das ist die BScene 2013. Mit dem neuen Konzept wollen die Veranstalter das Club-Festival auf ein sicheres Fundament stellen, nachdem im letzten Jahr zum ersten Mal die Besucherzahl zurückgegangen war.

Eva Wieser
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Die BScene präsentiert nicht nur vielfältige Musik, sie ist auch farbenprächtig: Sister Gracie standen letztes Jahr im Basler Scheinwerferlicht.

Die BScene präsentiert nicht nur vielfältige Musik, sie ist auch farbenprächtig: Sister Gracie standen letztes Jahr im Basler Scheinwerferlicht.

Zur Verfügung gestellt

Es gibt viele Ereignisse, die uns daran erinnern, dass schon wieder ein Jahr vorbei ist. So scheint es noch nicht lange her, dass die Organisatoren Gründe für den Zuschauerschwund an der letztjährigen BScene suchten. Und schon steht die nächste Durchführung bevor. Mit frischem Wind wird zum 17. Mal ein Programm zusammengestellt, das einen Ein- und Überblick über das popkulturelle Schaffen in der Region Basel bietet.

In neun Clubs spielen insgesamt 60 Formationen - das sind rund 240 Musikerinnen und Musiker. Ein Grossanlass, der aber auch schon grösser war: «Das Festival strebt kein Wachstum mehr an, wir suchen eine gesunde Grösse», erklärt Christoph Meneghetti, Präsident des Vereins BScene. In den letzten sechs Jahren sei die Philosophie eine andere gewesen. «Wir haben immer versucht, noch ein bisschen mehr anzubieten.»

Vor einem Jahr wurden der BScene Grenzen gesetzt: Zum ersten Mal nahmen die Besucherzahlen ab. Das hat die Organisatoren dazu gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen: «Wir müssen nun haushälterisch mit dem Geld umgehen.» Das Festival solle aber nicht unter dem Spardruck leiden, im Gegenteil: «Die BScene wird nicht besser, wenn sie ständig wächst», stellt Meneghetti fest.

Statuten werden umgesetzt

Trotz geschrumpftem Programm bleibt die BScene dem Konzept treu. Sogar treuer als in der Vergangenheit. «Fast alle Bands kommen aus der Stadt Basel», sagt Jennifer Jans. Die 26-jährige Kulturmanagerin hat zum ersten Mal das Programm zusammengestellt. Zudem stammten weitere fünf Bands aus dem Raum Basel, drei aus dem deutschen Grenzraum und eine Band komme aus Dänemark, erklärt Jans. Vor einem Jahr traten an der BScene noch drei internationale Acts auf. Die regionale Musikszene zu fördern ist Jennifer Jans' Hauptanliegen. Diese Idee wurde schon 1996 in den Statuten verankert.

Weiter möchte Jans den Newcomer-Bands eine Plattform bieten. Dass unbekannte Bands noch keine Publikumsmagnete sind und folglich die grossen Clubs nicht füllen können, stellt für die Programm-Verantwortliche kein Dilemma, sondern eine Herausforderung dar. «Natürlich werden in den grossen Räumen Bands spielen, die sich einen Namen in der lokalen Musikszene gemacht haben. Die kleineren Locations lassen aber zu, dass neue Bands auftreten können und so eine Chance erhalten.»

Mehr Metal, weniger Hip-Hop

Angst, dass die Zuschauer fern bleiben, wenn sie auf dem Flyer nur wenige Bands entdecken, die sie bereits kennen, hat Jans keine. «Es gibt natürlich schon Besucher, die gezielt die Konzerte einzelner Bands besuchen.» Weiter gäbe es jedoch viele, die sich für einen Musikstil interessieren und sich dann überraschen lassen würden.

Rund 200 Anmeldungen verschiedenster Musiker-Formationen gingen bei der BScene-Jury ein. Je drei Songs wurden angehört und vor allem auf die Qualität überprüft. «Es sind nur sehr wenige Bands, die von uns angefragt wurden und sich nicht selbst beworben haben», sagt Jans.

Das Resultat: ein abwechslungsreiches Abbild regionaler Bands, quer durch die Musikstile hindurch. «Speziell ist, dass dieses Jahr im Hirscheneck Metal zu hören ist», freut sich Jans - dafür gäbe es ein bisschen weniger Hip-Hop.

Neuigkeiten: BScene-Chor und Live-Streaming zum ersten

An der diesjährigen BScene finden zwei Premieren statt: Am Freitag singt der BScene-Chor im Restaurant Parterre Arrangements verschiedener Songs aus der Basler Musikszene. Der Präsident des BScene-Vereins, Christoph Meneghetti, freut sich, dass damit auch die vierstimmige Chormusik am Festival vertreten ist. Schliesslich würden viele Basler in einem Chor singen.
Weiter wird zum ersten Mal ein Konzert per Live-Streaming übertragen. Die Band The Amber Unit spielt in ihrem Bandraum und wird dabei gefilmt. Diese Konzerte werden je zwei Mal am Freitag in der Kaserne und am Samstag im Volkshaus live auf einer Leinwand zu sehen sein. So können die Besucher auch während dem Umbau der Bühnen ein Konzert geniessen. (ewi)