Ägypten heisst Bräunen am Roten Meer, 20 Grad im Februar, Tausende Touristen aus aller Welt, die jedes Jahr Ausflüge zur Sphinx oder zu den Pyramiden von Gizeh unternehmen. Der Staat im nordöstlichen Afrika gehört zu den beliebtesten Ferienzielen überhaupt. So erstaunt es auch nicht, dass sich Ägypten als Gastland der diesjährigen Muba von seiner besten Seite präsentieren will.

Doch die Ausschreitungen im Land der Pharaonen machen dem geplanten farbenfrohen Muba-Auftritt einen Strich durch die Rechnung. Jeden Tag spricht man in den Medien von Plünderungen, Brandstiftungen und Toten. Für die Muba-Organisatoren ist dies jedoch kein Grund, die ägyptischen Aussteller wieder nach Hause zu schicken. «Die Muba ist keine Plattform für Politik», begründet Kommunikationsleiter Simon Dürrenberger den Entscheid. «Das Ziel der Muba ist es, den Besuchern die kostbaren Schätze des Landes zu zeigen.» Zudem habe das Publikum die Gelegenheit, sich brennende Fragen direkt von den ägyptischen Ausstellern beantworten zu lassen.

«Muba geht ein Risiko ein»

Die ausser Kontrolle geratene Situation rund um den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak wird während der zehn Muba-Tage in keiner Weise zur Diskussion gemacht. Maurus Reinkowski, Professor am Orientalischen Seminar in Basel, ist davon nicht begeistert. «Man sollte die politische Situation in Ägypten zwar nicht zum Hauptthema machen, aber auch nicht komplett ausklammern», meint er. Man könne doch ein Gespräch unter neutralen Personen führen. «Das politische Problem in Ägypten gibt es ja seit Jahrzehnten. Es gehört nun mal zur Realität.»

Maurus Reinkowski meint gar, die Muba würde damit ein Risiko eingehen, denn: «Niemand weiss, was in den nächsten Tagen in Ägypten passiert. Wenn Mubarak abgesetzt wird - und davon gehe ich aus - und die Muba klammert das Thema völlig aus, könnte sie als unglaubwürdig daherkommen.»

Für Simon Dürrenberger und Muba-Leiter Chris Eichenberger ist es nicht das erste Mal, dass ein Gastland kurz vor seinem Muba-Auftritt für Negativschlagzeilen sorgt. Erst zwei Jahre ist es her, als ein Schweizer Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz von islamistischen Rebellen auf den Philippinen entführt wurde - ein paar Tage, bevor die Philippinen an der Muba den Besuchern ihre Kultur näher brachten. «Wir haben damals von niemandem negative Stimmen gehört», betont Dürrenberger.

Was in den nächsten Tagen bezüglich Ägypten als Muba-Gastland passiert, ist ungewiss. Das weiss auch Dürrenberger. Zwei Dinge stehen momentan fest: Das ägyptische Fremdenverkehrsamt, das für den Ägypten-Auftritt verantwortlich ist, betont, es würde alles wie geplant durchgeführt. Und zweitens: «Ägypten ist ein wichtiger Teil der Muba 2011, aber längst nicht der Einzige. Die Messe ist facettenreich. Ich bin zuversichtlich, dass die 95. Ausgabe ein Erfolg wird», sagt Dürrenberger.