Onlinekurse

An der Uni wird der Notizblock durchs iPad ersetzt

Einige Studenten lösen ihre Prüfungen bereits mit dem iPad.

Einige Studenten lösen ihre Prüfungen bereits mit dem iPad.

Bald werden die Studenten die Universität Basel nicht mehr für alle Vorlesungen besuchen müssen. Der gewöhnliche Notizblock wird durch ein iPad ersetzt und der Unterricht durch E-Learning-Einheiten.

Bald werden die Studenten die Universität nicht mehr für alle Vorlesungen besuchen müssen, der gewöhnliche Notizblock wird durch ein iPad ersetzt. Die Universität Basel geht eine Partnerschaft mit FutureLearn ein, einer britischen Plattform für Massive Open Online Courses, kurz MOOCs. MOOCs sind Onlinekurse, die für alle eingeschriebenen Studenten offen und kostenlos zugänglich sind. Die Produktion der Kurse hat bereits begonnen, Ende dieses Jahres soll der erste Onlinekurs der Universität Basel auf der britischen Plattform abrufbar sein. Die Produktion findet intern im New Media Center der Universität Basel statt.

Globaler Austausch

Thomas Lehmann, Leiter des New Media Centers, zur Kooperation: «Lernen und Lehren verändert sich, sei dies durch den gesellschaftlichen Druck von aussen, die Bedürfnisse der Lernenden oder die Möglichkeiten der Medienentwicklung.» Aus diesem Grund evaluiere die Universität Basel neue Formen, um den kreativen Umgang mit der Lehre ausbauen zu können. Zurzeit werden Kurse in den Bereichen Wirtschaftswissenschaft, Musik, Literatur, Informatik und Medizin produziert. Lehmann betont, dass es sich um Pilotprojekte handle. Auch wichtig sei es, zu verstehen, dass die Onlinekurse Vorlesungen nicht ersetzen werden. Vielmehr soll die Plattform den globalen Austausch zwischen Studierenden fördern und gleichzeitig zur Wissenserweiterung beitragen. Für die Universität Basel habe die Internationalisierung strategische Bedeutung, sagt Lehmann. «Die Plattform bietet Basler Studenten und anderen Lernenden die Möglichkeit, vom weltweiten Lehrangebot profitieren zu können», erklärt Lehmann.

Neu sei vor allem die Offenheit der Plattform. «Es wird niemand ausgeschlossen, alles was man braucht, ist eine E-Mail Adresse.», präzisiert er. Ein bisschen mehr brauchen die Studenten, wenn sie eine Prüfung ablegen wollen. Auch die Bildungstechnologien arbeiten zurzeit an einer Weiterentwicklung. Bedingt durch steigende Studierendenzahlen und ein erhöhtes Prüfungsaufkommen gewinnen elektronische Prüfungsformen an Bedeutung. Deshalb werden an der Universität Basel momentan Feldversuche durchgeführt, um herauszufinden, welche Prüfungsarten sinnvoll sind. «Insgesamt wurden in fünf Fächern verschiedene elektronische Prüfungsformen evaluiert. Die Auswertungen sind aber noch nicht abgeschlossen» sagt Gudrun Bachmann, Leiter der Bildungstechnologien. Die medizinische Fakultät hingegen führte Anfang dieses Jahres die ersten Prüfungen mit iPads durch. Die Entwicklung der Software für die iPads wurde vom Bund gefördert. Die Medizinische Fakultät wird auch in Zukunft auf diese Art der Prüfung zurückgreifen.

Erweiterte Prüfungsformen

«Die Prüfungsform hat sich bewährt. Sie kann aber nicht alle Bedürfnisse abdecken», sagt Bachmann. Sie sei für Multiple-Choice-Fragen geeignet, bei denen auch interaktive multimediale Prüfungselemente gefragt seien, erklärt sie. Für die Geisteswissenschaften, bei denen in der Regel längere Texte geschrieben werden, ist die iPad-Prüfung nicht geeignet. Um eine passende Form für alle Fächer zu finden, werden nun zusätzliche Methoden getestet. «Nach der Auswertung werden wir unsere Empfehlungen an das Rektorat weiterleiten», sagt Bachmann. Dort werde dann entschieden, welche Formen der elektronischen Prüfung an der Universität in Zukunft umgesetzt werden. Die Finanzierung ist ebenfalls noch ungeklärt. Ziel sei es, den Prüfungsverlauf für Studenten und Dozierende zu vereinfachen. Dies beinhalte zum Beispiel Auswertung, aber auch die Lesbarkeit und Verwaltung der Prüfungsfragen. Die bewährten Prüfungsformen sollen «nicht ersetzt, sondern ergänzt werden», sagt Bachmann.

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