44 Millionen Franken muss die Universität bereits in dieser Leistungsperiode bis 2021 sparen. Sie tut dies nicht nur mit einem Abbau bei den Stellen, sondern auch, indem sie bei den Löhnen spart. Im nächsten Jahr soll den Mitarbeitenden der ordentliche Stufenanstieg verwehrt werden. Bei insgesamt 1500 Stellen rechnet die Uni mit einem Sparpotenzial von 1,5 Millionen Franken. Das stösst den Gewerkschaften sauer auf. In einer ersten Reaktion Ende August verschickten der Personalverband VPOD und der städtische Angestelltenverband (BAV) eine Medienmitteilung, in der sie monierten: «Trotz dem bisher solidarischen Einsatz der Mitarbeitenden, den zusätzlichen Aufwand zu bewältigen, soll ihnen nun der Lohnstufenanstieg verwehrt werden. Statt Dank gibts Demotivation!» Vergangene Woche haben sich die Angestelltenverbände zusammengetan und einen Protestbrief an die Uni-Leitung geschrieben.

Sie schöpfen Hoffnung aus den schwarzen Zahlen, welche die beiden Trägerkantone mittlerweile schreiben. Im Brief fordern die Verbände nicht nur, dass der ordentliche Stufenanstieg gewährt wird, sondern auch, dass es einen angemessenen Teuerungsausgleich für die Angestellten geben soll. Eine dritte Forderung ist, dass die aufgelaufene Minusteuerung wie bei den Angestellten des Kantons Basel-Stadt ausgeglichen wird. VPOD-Sekretärin Kerstin Wenk sagt dazu: «Wenn zwei der drei Forderungen erfüllt werden, geben wir uns zufrieden.»

Wenk sagt, dass bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität grosse Unruhe herrsche. Sie spricht für die unteren Einkommensklassen. Ihr Verband vertritt beispielsweise die Haustechniker oder die Bibliothekarinnen der Uni. «Die Stimmung ist grottenschlecht», sagt sie. Nicht nur mache den niedrigen Einkommensschichten die Lohnstagnation zu schaffen; auch fürchteten viele um den Job.

«Die Mitarbeiter machen das schon lange mit», beklagt sich Wenk. Eingesetzt habe das allgemeine Unbehagen bei den Uni-Mitarbeitenden spätestens 2016, als die kantonale Pensionskasse saniert wurde. Der Umstieg vom Leistungs- aufs Beitragsprimat habe stark zum Schrumpfen des Nettolohns beigetragen. Der Universitätsrat nehme mit den nun beschlossenen Massnahmen einen langfristigen Rufschaden in Kauf.

Bereits in der Medienmitteilung hatten sich die Personalverbände empört, der verwehrte Stufenanstieg betreffe vor allem die tieferen Lohnklassen, wo überdurchschnittlich viele Frauen arbeiteten. Aus diesem Grund seien soziale Abfederungen nötig. Den letzten grösseren Verhandlungserfolg verzeichnete der VPOD 2004, als die Uni von der geplanten Streichung des Stufenanstiegs in den unteren Lohnklassen 1 bis 11 absah. Zweifel sind allerdings erlaubt, ob der nun verfasste Protestbrief etwas ändern wird.

Christoph Tschumi, Verwaltungsdirektor der Uni Basel, kommentiert die Forderungen mit Worten, die das Personal nicht allzu optimistisch werden lassen dürften. Er sagt: «Die Chancen auf eine Wiedererwägung des Entscheids, den Lohnstufenanstieg auszusetzen, sind gleich null.»