Sie ist vorbei, die Basler Fasnacht 2016. Den Cortège können wir nicht noch einmal vom Strassenrand aus bewundern, die Binggis nicht mehr im Leiterwäägeli durch die Innenstadt ziehen. Was wir aber können: Uns die bissigen Pointen der Bängg und Zeedel zu Gemüte führen. Hier servieren wir Ihnen ein paar der besten Verse.

Viele Värslibrünzler haben sich mit dem angekündigten Rücktritt von Guy Morin beschäftigt.
D Muulwiirf
bringen den Regierungsrat mit nationalen Politikern in Verbindung:

Dr Morin und dr Parmelin, die haisse baidi Guy,

Dr Morin isch e Doggter und dr ander, dä macht Wyy,

Gmainsam hän si baidi, ass ne s Amt nit bsunders stoot,

Denn kain waiss, wie die ko sin – und kain merggts, wenn aine goot.

Auch die Wahlen gaben Anlass zum Schmunzeln. Magdalena Martullo-Blocher ist ein gefundenes Fressen für die spitzen Federn.

Zum Beispiel vom Mac Väärs:

Sie – sid die glai Martullo Blocher

in Nazionalroot zooge isch

Het die greftig afo schreie

Und haut au mächtig uff e Disch

Mache si sich nur kaini Soorge

Drifft si au nit dr richtig Doon

Jä das Verhalte isch ganz loogisch

Denn wie dr Babbe – so dr Soon.

In ein ähnliches Horn bläst Dr Battallions-

glunggi:

Die neegschti Staffle Bachelor, die stoot glyy wider aa

Si sinn no uf dr Suechi nach em neeggschte

Wundermaa.

Er soll nit vill in dr Biire ha und männligg soll er syy

Do gits no aine, do basst d Martullo Blocher super dryy

Die Schnitzelbänggler nehmen kein Blatt vor den Mund. Das erfährt auch alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf durch D Schnapsbagge:

Mir hän s letschte Herbscht

schmärzlig miesse zer Kenntnis nä,

dr «Uhu Nazional» hett dr Ruggdritt

us em Bundesroot gä.

Sie tuet sich uss dr Politigg zruggzieh

und will vyyl Neus entdegge,

und denn will sy wider meh Zyt ha

zem ihri Änggel verschregge.

Letztes Jahr wars ein Spitzen-Sujet, und noch immer wird das Thema besungen: die leidige Beziehung zwischen Stadt- und Landkanton. Stellvertretend für viele gute Verse hier
S spitzig Ryssblei
mit einem Langvers:

S Theater griegt, ir wärdet’s gsee,

vo de Baselbieter bald kai Batze mee.

Sy mien doorum aafoo spaare,

und s Programm schuurig abefaare.

Jetze längts drumm so am Änd,

grad no fir dr Bättelstudänt.

S isch glaar ass me Warte uff Godo git,

Jo fir s Warte zaalt me jo nit.

Der eingebildete Kranke wurd no basse,

do zaalt d Helfti d Granggekasse.

Und denn wurds au, oony zwänge,

fir d Dreigrosche Opere länge.

Dr Raub vo de Sabinerinne erfillt au sy Zwägg,

denn wäre die Sabinerinne scho emool ewägg.

Au dr vrbrocheni Grueg, dä kennt me gää,

well me doo e gabuttige Grueg ka nä.

Und me kennt bim Schwaanesee, he joo,

statt däm Schwaan en Änte stärbe loo.

Doch spaare kennt me glaub am maischte,

wenn mir ys s Theater mit em Baselbiet nimm laischte.

Der Heiri, der coole rappende Bangg vom Lande, schiesst zurück:

Liebi Basler. machet doch kei Gschyss

wäge achzig Millione!

Schliesslig syt diir sälber tschuld,

dir weit jo z Basel wohne!

Und überhaupt, dr grösschti Däil

het der Heiri finanziert.

Ich ha nämlig letschti Wuche

drei Mool bi euch parkiert.

Und weiter:

Sit letscht Johr het Basel e Köönig.

Basel isch jetzt e Monarchie.

Dr Köönig häisst Marco Streller, nit öppe Morin Guy

Är isch treu, het vill Charakter,

isch dr Traum vo de Schwiigermieter.

Aber s’Bescht am Köönig isch:

Är isch e Baselbieter.

Der Applaus im Basler Theater war derart frenetisch, dass wir uns sagen mussten: In diesem Theater sitzen mehrheitlich Baselbieter.

Dr Bäffzgi nehmen das Zürcher Promi-Paar Beller auf die Schippe. Frau Irina will ihrem Aussehen nachhelfen. Chund nit guet ...

Dä Gnuschti Walter Beller stoht mit dr Irina

vor eme Schönheits-Salon und sie will deert iina

si sait zu ihrem Walti: gimmer 200 Stutz

und du wartisch in dr Baiz und nimmsch e Kaffi Lutz

denn wird si aber hässig und verruggt iiber dä

är hett ere drum statt 200 grad e Tausger gä.

Zürich ist ein Thema, immer wieder.
Dr Clochard
:

Dä Rochedurm z Basel, isch am greeschte

Mit em glainere mien sich d Zircher dreeschte

Nur mien sy d Fruscht nit iiberdryybe

Die greeschti Schnuure wird ene blyybe

D Luuszäpfe bauen Brücken zwischen Themen.

Z Basel heersch bald nur no «Hochdeutsch» – das isch gar nit scheen.

Zum Gligg hänn mir jetzt uusegfunde, wie mir das umgeen:

jede Samschtig faare mir uff Lörrach, kaufen yy

und kenne deerte – waisch wie glatt – ganz unter Bebbi syy.

Uf em Spaalebärg händs Poller montiert

Mit dääne wird dr Verkeer reguliert

Miend si verschwinde, druggsch e Knopf,

wartisch e Sekunde oder zwai

Anders isch es bim Guy Morin,

äär verschwindet von elai

Immer wieder sind Sepp Blatter, Platini und die Fifa ein Thema. So auch bei den
Batallioonsglùnggi:

Dr Blatter und dr Platini die gniesse ihri Ränte

Dr Sepp boort in dr Naase

und dr Mischel fietered Änte

Doch dr Beeg, dä kunnt nit uuse

und d Änte frässe nit die fräche

Do gseesch, zu was die fähig sin,

wenn sy nit bestäche

Und der Clochard dazu:

Wo ych dr Blatter Sepp mit däm Pflaschter gseh

Dängg ych mir nur – oh je mi ne!

Das Pflaschter uff synere Bagge steert

Das hätt by ihm doch uff d Schnuure gheert.

Und der Zwaierli Zwigger zwiggt:

Jä Santiglaus, jetzt bisch en alte Maa

und ich, dr Blatter Sepp, bi dä wo alles kaa

drumm übernimm ich ab sofort di Poschte

De seisch mir aifach no, was mi das wurd koschte.

Auch die Gesundheit ist einem nicht Wurst. D Bildsteerig:

Däre WHO duen i s nit vergässe

Wäge dääre darf i kai Wurscht me ässe

Und wäg der SVP, es isch e Fruscht

Vergoot mer jetzt uff Röschti d Luscht.

Problem mit der Verdauung? Kein Problem, findet das Glettyse in seinen unzimperlichen Versen:

Herr Blocher, e Froog zu ihrer Ritze,

wie zum Teufel könne sii so sitze?

E jeede wär scho lang verreggt

wenn ihm e Somm bis zum Hals im Füüdle steggt.

D Blageeri schauen tief in die Polit-Seele der Männer:

Uff de Wahlplakaat seesch numme alti Grätti

Kaini junge Meitli, wie ichs gärn hätti

Doch aini lacht ab em Plakat jung und edel

Jetzt schriib ich fünfmol Fielmann uf e Zeedel.

Und ein böses Thema nimmt eine noch bösere Wendung, die Zwaierli Zwigger nochmals:

Als Flüchtling kasch in Europa niene aane

Schweede, Eestryych, Dytschland

schliesse bald dr Haane

und au in Oschte nit und jetzde kunnt s Fataale

denn blibt no s Baselbiet,

dört mien si dängg no zaale.

Dann gibt es noch diese Jö-Effekt-Värsli, zum Beispiel vom Spitzige Ryssblei:

D Frau Meier drüllt im Gundeli

Iiri Rundeli mit em Hundeli.

Mänggmol drüllt sy die Rundeli

Jetz im Stüggi Center undeli

Dert isch si mit em Hundeli

Meischens s einzig Kundeli

Und jetzt none Hampfle Zeedel

Basler Zepf Ziri

Phädophilili, Mänätscher, FIFA-Delegierti,

Bängger, Booni-Lobbyischte, Priviilegierti,

Bio-Buure, Schlepper, Daateglauer,

Mentschehändler, Wänd-Versauer,

Demonschtrante, Rassischte, Abzogger,

Gäldwäscher, Bschyysser, Aemtli-Hogger,

Immobilie-Hai, Schlangefänger

Regierigsroot, mit bolitischem Hängger,

Vatikanaagheerigi, Komadringger,

Stroossebrinzler, Abgassoftweer-Erfinder,

Rächts- oder Linggs-Pobbulischte,

religiees verdraiti Fundamendalischte,

Maitliblooger und Provokateere.

Alli wo unseri Gsellschaft steere,

do wintsche mir, und hän e Grund,

dass do isch d Sau ko uff dr Hund

oder

wie dr Kleist sait in sinnere Theater-Gschicht,

«dr Grueg goot zem Brunne bis er bricht.»

Die Glaine Opti-Mischte

Die Wiggelfisch schwimme also bim-e-ne Hoor

Wenn s so wyter goot, dr Bach ab s ganz Joor

Die Iisbääre wurde d Ussbraidigg vo de Wiggelfisch begränze

Vor allem vo dääne Iigölte, die mit de bsunders digge Ränze

CCB Central Club Basel 1911

S isch nit schwäär e Glööner z sii,

folgsch nur im Trend, scho bisch drbii,

bisch sälte zfriide und foosch aa,

wäg jedem Mischt e Dummi z haa.

Junteressli

Dr Putin isch dr typisch Zare-Sohn,

Als Kreml-Chef miteme Staare-Lohn,

Hoch zue Ross hoggt är mit bluttem Buuse,

Es stäche sini Musggel-Pflutten uuse

Är rittet schiinbar ufem bruune Bär,

Und meint villicht, dass das zum Stuune wär.

Barbara Club 1902

Dr Kärnlibigger Joggi Saner

isch sit em Summer e Veganer

und läbt jetz wie s d Veganer sotte:

Was dierisch isch, das isch verbotte.

«Vegan» haisst nit nur «flaischlos ässe»,

au Fisch und Muschle kaasch vergässe,

und Eier, Honig und derglyyche

und Milch und Kääs muesch au no stryyche.

Kai Pelz, kai Wulle und kai Syyde

Und Läädersache sott me myyde.

Daas schloot em Joggi uff e Mage:

Är darf d Sandale nimme draage.

Jetz het er nur no Plastigg-Schue,

wo äng sinn und rundumme zue,

wenn är si abziet isch er gschoggt

vom Fuess-Schwaiss, wo sy Nase blogt.

Eine Sammlung der besten Schnitzelbänke 2016

Eine Sammlung der besten Schnitzelbänke 2016

Das Schnitzelbank-Comité hat die besten Bängg zusammengetragen. Von Heiri bis zum Singvogel, von Doggter FMH bis zum Spitzbueb.