Aussenwerbung

An dieser Plakatsäule verdient sich der Kanton eine goldene Nase – auf Kosten der Sicherheit

Animierte Werbesäule am Schützengraben

Animierte Werbesäule am Schützengraben

Die Werbung auf dieser Werbesäule dürfte höchstens zu 20 Prozent animiert und «keinesfalls den Eindruck eines grossflächigen Films» vermitteln.

Dreimal höhere Einnahmen generiert Basel-Stadt seit 2018 mit Aussenwerbung. Die Vorgaben an digitale Werbeformen entlang von Verkehrsstrassen sind streng – doch eingehalten werden sie nicht.

Beim Telefonieren oder SMS-Tippen während der Fahrt ist die Basler Polizei besonders streng. Neuerdings würden sogar Radaraufnahmen daraufhin überprüft, ob der geblitzte Fahrer mit dem Handy beschäftigt war, wie der Blick im Januar schrieb.

Nicht ganz so streng scheinen es die Behörden bei der Kontrolle der neuen, digital-animierten Werbesäulen entlang der Fahrbahn zu nehmen. Denn auch bei denen besteht die Gefahr, dass der Blick des Fahrers abgelenkt wird, wie der Aussage von Tiefbauamt-Sprecher André Frauchiger zu entnehmen ist. «Die Werbung darf auf maximal 20 Prozent der Fläche Bewegung aufweisen, der Hauptteil muss statisch sein. Keinesfalls darf der Eindruck eines grossflächigen Films entstehen», sagt er. Mit dieser und weiteren Bestimmungen werde nach Ansicht der Experten der Verkehrssicherheit Genüge getan. Zuständig für die Kontrolle sei die Allmendverwaltung in Absprache mit der Verkehrspolizei.

Die aktuellen Werbekampagnen, die auf den Basler Digital-Plakatsäulen laufen, entsprechen diesen Vorgaben offensichtlich nicht (vgl. Video oben). Die Betreiberin «Clear Channel», die für die animierten Werbungen an elf Basler Standorten Preise von 13'351 Franken pro Woche und Werbespot verlangt, war bis jetzt für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auf ihrer Website schreibt die Firma jedoch, dass «für Basel hinsichtlich Animationsgrad besondere Richtlinien gelten» und dass «ausschliesslich Standbilder mit leichten Animationen» erlaubt seien.

Bei der Lizenz-Vergabe an «Clear Channel» und drei weitere Aussenflächen-Vermarkter im Februar 2017 rühmte sich der Kanton, dass die Einnahmen aus dem Aussenwerbungs-Geschäft mehr als verdreifacht werden konnten und dass der Kanton jährlich von Einnahmen über neun Millionen Franken ausgehe. 

Wenn der Fussballer dem Weihnachtsmann passt

Wie sehr bewegte Bilder die Aufmerksamkeit von Personen auf sich ziehen kann, bewies jüngst der FC-Bayern-Star Thiago Alcantara, der im Dezember 2016 den Ball statt einem Mitspieler einem animierten Weihnachtsmann auf der Werbebande passte.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1