Woanders gehen die Wogen hoch. Das Glattzentrum in Wallisellen wie auch die Mall of Switzerland bei Luzern haben beschlossen, ihre Shoppingcenter an Heiligabend offen zu lassen. Der 24. Dezember fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. In den sozialen Medien und auch bei SRF 1, das darüber berichtet hat, überwiegen die negativen Reaktionen. Auch die Gewerkschaft Unia hat sich kritisch zu Wort gemeldet.

In Basel aber herrscht Ruhe. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit hat entschieden, dass die Geschäfte nur die zwei Sonntage vom 10. und 17. Dezember von 13 bis 18 Uhr offen bleiben dürfen, an Heiligabend hingegen zu bleiben.

Folgerichtig ist auch die Stücki geschlossen. Das Gleiche gilt für das Shopping Center St. Jakob Park. «Wenn die Geschäfte in der Stadt offen gewesen wären, müssten wir nachziehen. So aber war der 24. Dezember kein Thema», sagt Centerleiter Daniel Zimmermann. «Das ist auch gut für unsere Mitarbeiter», fährt er fort. Letzteres betont auch Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel.

Geschlossenes Rheincenter

Für einmal muss sich der Basler Detailhandel keine Sorge machen, dass die Kunden in das nahe Deutschland abwandern. «In Baden-Württemberg gibt es den ganzen Dezember keine Sonntagsverkäufe», berichtet Günther Merz, Leiter des Weiler Rheincenters. «Die Hürden für einen verkaufsoffenen Sonntag sind hoch. Man muss dafür einen Event in den Vordergrund stellen. Das ist aber kaum zu machen.» Laut «Badische Zeitung» können lediglich Lebensmittelgeschäfte für drei Stunden öffnen, aber das mache so gut wie niemand.

Anders sieht es im nahen Frankreich aus. In Saint-Louis sind die Läden nicht nur am 10. und 17. Dezember von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet, sondern auch an Heiligabend und viele Detailhändler machen mit. Weinhändler Fabrice Renner empfängt seine Kunden dann von 10 bis 17 Uhr, auch der grosse Supermarkt Leclerc hat auf. «Für einmal arbeiten die Franzosen mehr als die Nachbarn», kommentiert Renner.

Nur ungnädig reagiert man beim zweiten grossen Supermarkt von Saint-Louis, dem Géant Casino, auf die Anfrage aus Basel. «Ob wir an Heiligabend öffnen, ist noch nicht entschieden.» Auf die Nachfrage, ob man da nicht ein wenig spät dran sei, antwortet die Dame am Telefon: «Das ist eben der französische Weg.»

Im Baselbiet sind die verkaufsoffenen Sonntage im Ruhetagsgesetz geregelt, werden also nicht extra vom Kantonalen Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) verfügt. In der Adventszeit sind zwei bewilligungsfreie Sonntag möglich – in der Regel der zweite und vierte Adventssonntag. Dies kann die Gemeinde aber anders entscheiden.

Sissach nur am 17. Dezember geöffnet

Für Liestal sind dies laut dem Verein KMU Liestal, der auch den Detailhandel vertritt, wie in Basel der 10. und 17. Dezember, aber schon ab 12 Uhr, also eine Stunde früher als in Basel. In Sissach gibt es nur einen verkaufsoffenen Sonntag am 17. Dezember von 11 bis 17 Uhr.

Migros und auch Manor sind in beiden Basel an Heiligabend geschlossen. Das Gleiche gilt für Coop, aber nicht für Geschäfte, die generell sonntags auf haben. An den verkaufsoffenen Sonntagen werden punktuell die grösseren Coop-Filialen geöffnet haben. Conforama und auch Ikea sind an Heiligabend zu.