Dem Historischen Museum sagen Kritiker spätestens seit 2017 strukturelle Finanznöte nach. Damals schlug der neue Museumsdirektor einen rigiden Sparkurs ein und es wurde publik, dass das Museum seine Eintrittszahlen geschönt hatte. Der Verdacht liegt nahe, dass die externen Gutachter nun beziffern, wie schlecht es um das Museum steht. Die Anzeichen dazu verdichten sich.

Obwohl die zuständige Regierungsrätin Elisabeth Ackermann gegenüber der bz angekündigt hat, die Analyse noch vor den Sommerferien zu veröffentlichen, ist das Papier noch immer unter Verschluss. Eine neuerliche Verzögerung wäre alleine kaum eine Meldung wert: Bereits durchgesickert ist, dass das Präsidialdepartement noch daran tüftelt, auf welche Weise die Abteilung Kultur die Erkenntnisse der Analyse präsentieren will.

Neu ist aber die Begründung für die weitere Verzögerung. Auf Anfrage dieser Zeitung schreibt Sprecherin Melanie Imhof: «Die Analyse liegt vor, der Regierungsrat hat aber die daraus folgenden Entscheide noch nicht gefällt.» So weit so unspektakulär – doch: «Da die Analyse Teil eines hängigen Regierungsrats-Geschäfts ist, kann sie auch noch nicht veröffentlicht werden.» Von einem Regierungsratsgeschäft war bislang nicht die Rede. Es entspricht auch nicht dem Vorgehen beim Kunstmuseum. Damals veröffentlichte die Regierung eine gekürzte Version der Analyse und beantragte eine Budgeterhöhung im Parlament.