Als hätte er sich noch dafür rechtfertigen müssen, am Montagabend als «Basler Sportler des Jahres 2015» ausgezeichnet zu werden, liess Roger Federer knapp 12 Stunden zuvor in seinem Erstrunden-Spiel an den Australian Open seinem Gegner keine Chance. 6:2, 6:1, 6:2 hiess es am Ende und der Georgier Nikolos Bassilaschwili konnte nach nur 72 Minuten Spielzeit wieder seinen Heimweg antreten.

Doch dass Roger Federer seinen insgesamt 14. (!) Titel als «Basler Sportler des Jahres» gewinnen würde, stand schon vor diesem Spiel fest. Zum einen, weil der Ausnahmesportler Federer immer einer der heissesten wenn nicht der heisseste Anwärter auf diese Trophäe ist. Viel mehr aber, weil der 34-Jährige eine starke Saison gespielt hat. Sechs Titel hat er in insgesamt elf Finals errungen, wurde zweiter in Wimbledon und an den US Open, ebenso wie an den Tour Finals, der Weltmeisterschaft des Tennis. Anfang des Jahres konnte er in Brisbane ausserdem seinen 1000. Sieg auf der Tour feiern. Wie schon in den letzten Jahren war Federer natürlich nicht persönlich in der Joggelihalle anwesend, da er in Australien weilt und dort versucht, endlich seinen 18. Grand-Slam-Titel zu gewinnen.

Nur die Hälfte ist übrig

Wie Federer war auch der zweite wenig überraschende Titelträger des Abends nicht anwesend: die erste Mannschaft des FC Basel. Das als «Basler Mannschaft des Jahres» ausgezeichnete Team ist momentan wie jeden Januar in Marbella, um sich dort auf die Rückrunde vorzubereiten. Doch auch wenn der FCB in der Schweiz wäre, viele von den Preisträgern wären auch so nicht zugegen gewesen. Denn: nur die Hälfte der ausgezeichneten Spieler (plus Ex-Coach Paulo Sousa) gehört heute noch zum Kader.

Trotz der vielen Wechsel im Team gibt es eine Konstante: Für die 1. Mannschaft des FCB ist es bereits die sechste Ehrung als «Basler Mannschaft des Jahres» in Folge und damit ein gutes Omen: Jedes Mal, wenn die Basler in den letzten fünf Jahren als beste Basler Mannschaft ausgezeichnet worden waren, holten sie anschliessend den Titel in der Super League. Auch dort wäre es der sechste Triumph en suite.

Doch nun zum spannenden Teil des Abends: denn während die beiden erwähnten Kategorien selten bis nie eine Überraschung bieten (mit Ausnahme von Simon Niepmans Wahl zum «Basler Sportler des Jahres 2013») ist es in den weiteren Kategorien meist kaum absehbar, wer den Preis vom Basler Sportminister, Regierungs- und Nationalrat Christoph Eymann entgegen nehmen darf. Bei den Frauen gebührte die Ehre dieses der Rollstuhl-Badminton-Spielerin Mal Karin Suter. 

Die Bestätigung für Suter

Die dreifache Europameisterin konnte letztes Jahr an der Weltmeisterschaft in Stoke Mandeville die Bronze-Medaille gewinnen, wurde Doppelschweizermeisterin und wurde ausserdem zur besten Badminton-Doppelspielerin Europas erkoren. Der Preis als «Beste Basler Sportlerin des Jahres» ist für die 44-Jährige, die seit ihrem Unfall 1997 im Rollstuhl sitzt, die Bestätigung, dass sie auch in der Region wahrgenommen wird.

Die Rollstuhl-Badminton-Spielerin Karin Suter wurde zur Basler Sportlerin des Jahres gewählt.

Die Rollstuhl-Badminton-Spielerin Karin Suter wurde zur Basler Sportlerin des Jahres gewählt.

Die Sieger der drei wichtigsten Kategorien wurden wie gewohnt von der Vereinigung der Basler Sportjournalisten ausgewählt.

Neben den bekannten und etablierten Grössen wurden auch die aufstrebenden und ambitionierten Jungsportlerinnen und -sportler ausgezeichnet. Aus insgesamt 32 nominierten Nachwuchssportlerinnen und -sportler kürte eine Fachjury die Leichtathletin Salome Lang (LAS Old Boys Basel) und den Bogenschützen Florian Faber (Juventas Basel-Riehen) zu den Siegern. Das Ultimate Frisbee Team von Freespeed Basel wurde ausserdem als bestes Nachwuchsteam des vergangenen Jahres ausgezeichnet.