Für dieses Geld würde er einen goldenen Platz bauen, sagte Andreas Geringer vom Verband Sinti und Roma Schweiz diese Woche gegenüber der bz. Die Rede ist von den 1,4 Millionen Franken, die der Kanton Basel-Stadt für die Erschliessung des Areals an der Friedrich Miescher-Strasse und die Einrichtung der Infrastruktur rechnet. Es soll ein 2000 m2 grosser gekiester Stand- und Durchgangsplatz für Fahrende mit asphaltierter Zufahrt und einem Infrastrukturgebäude mit Strom- und Wasseranschluss, Frauen- und Herren-WC, Dusche und einem Ausguss fürs Abwasser entstehen.

Durchschnitt 500 000 Franken

Ein Blick über die Kantonsgrenzen zeigt, dass andernorts Plätze für weniger Geld realisiert wurden. In einem Konzept des Kantons Bern aus dem Jahr 2011 zu Stand-, Durchgangs- und Transitplätzen für Fahrende ist zu lesen, dass die Erstellungskosten je nach Grösse, Landpreis, Erschliessungssituation und Infrastruktur «stark variieren» können. Allerdings würden Erfahrungen in anderen Kantonen zeigen, dass mit durchschnittlichen Kosten von 500 000 Franken zu rechnen ist. Die Stiftung Zukunft Schweizer Fahrende rechnet für einen Standplatz durchschnittlich mit 600 000 Franken, für einen Durchgangsplatz mit 400 000 Franken.

Ein Vergleich des Basler Projekts mit bereits realisierten Plätzen für Fahrende in anderen Kantonen ist schwierig, die Begebenheiten je nach Ort unterschiedlich. «Es kommt immer darauf an, was noch alles getan werden muss», sagt Daniel Wachter, Vorsteher des Amtes für Gemeinden und Raumordnung im Kanton Bern. Momentan würden im Kanton Bern drei vergleichbare Plätze für Fahrende realisiert. Sie kosten zusammen 2,6 Millionen Franken. Der günstigste wird für 600 000 Franken realisiert, der teuerste wird rund 900 000 Franken kosten. Der teuerste Platz müsse noch erschlossen werden, da im Moment nur eine Waldstrasse dorthin führt. «Das verursacht natürlich höhere Kosten», sagt Wachter.

Auch Bernhard Fischer, der Sektionsleiter Grundlagen und Kantonalplanung im Kanton Aargau, sagt, ein Vergleich sei schwierig. Der Durchgangsplatz in Kaiseraugst mit 20 Stellplätzen dürfte der in Basel geplanten Gestaltung nahe kommen. Es ist ein Kiesplatz mit einer robusten, einfachen Sanitäranlage und einer zentralen Strom- und Wasserversorgung. In Würenlos könnten die Wohnwagen auf begrüntem Untergrund abgestellt werden, und es stünden gut ausgestattete Sanitäranlagen zur Verfügung.

Es gibt keine Norm

Es lasse sich keine Norm herleiten, ob ein befestigter oder ein gekiester Platz richtig sei. «Wichtig ist aus unserer Erfahrung, dass bei der Ausgestaltung die dauerhafte Praxistauglichkeit der Einrichtungen und die betrieblichen Aspekte rechtzeitig in die Überlegungen einbezogen werden», sagt Fischer.

Für den Durchgangsplatz für Fahrende in Oberwinterthur wurden 500 000 Franken projektiert. «Er ist asphaltiert und als WC-Anlage sind zwei Condecta-WC vorhanden», sagt Adrian Buchli von der Stadtpolizei Winterthur. Die Stromversorgung funktioniert über zwei Verteilkästen. Der Platz lässt sich aber nur bedingt mit dem geplanten Platz in Basel vergleichen. Er ist nicht winterfest.

Ob der Platz für die Fahrenden in Basel tatsächlich 1,4 Millionen Franken kosten wird, ist noch nicht klar. Das Geschäft ist noch in der Vorbereitung. Der definitive Preis ist abhängig von der Ausgestaltung und muss zuerst vom Parlament genehmigt werden.