Nachdem der neue Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr mit seinem Familien-Halbtag schweizweit berühmt wurde, will nun ein weiterer prominenter Politiker mehr Zeit zu Hause verbringen: Der liberale Grossrat Andreas Albrecht hat in der «Tageswoche» angekündigt, auf seine politischen Ämter zu verzichten. «Ich werde im ersten Quartal des nächsten Jahres aus dem Grossen Rat zurücktreten», sagt Albrecht, der auch Präsident der einflussreichen Bau- und Raumplanungskommission ist, gegenüber der bz. Seine Zeit will der LDP-Politiker künftig vermehrt seiner Familie widmen, denn Albrecht wird bald zum ersten Mal Vater.

Der BKB bleibt er erhalten.

Präsident des Bankrats der Basler Kantonalbank (BKB) will Albrecht dagegen bleiben: «Sofern nicht das neue Kantonalbankgesetz einen anderen Wahlmodus vorsieht oder ich nicht mehr gewählt werden sollte. Grund für seinen Rücktritt sei aber wirklich die Familie und nicht etwa die Forderung, bei der Gesetzesrevision Grossräte von der Wahl in den Bankrat auszuschliessen. Das würde aber auch nicht zwingend zu einem Problem für Albrecht: 2016 dürfte er ohnehin nicht mehr zu den Grossratswahlen antreten, da er die Amtszeitbeschränkung respektieren muss.

Die liberale Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein wusste um Albrechts Rücktrittsgedanken und betont: «Wir haben nach wie vor eine sehr starke Fraktion und führen nun die Gespräche mit den möglichen Nachrückenden.»

Erster Nachrückender in Grossbasel-Ost wäre der Arzt Raoul Furlan, der als Gastroenterologe am Universitätskinderspital beider Basel arbeitet. Er ist ausserdem Bürgergemeinderat und Meister Zunft zum Goldenen Sternen.

Von Falkenstein setzt darauf, dass Albrecht weiterhin der LDP verbunden bleibt: «Sein Wissen geht uns ja nicht verloren, er zügelt weder nach Hawaii, noch ist er sonst ab der Welt.»

Steiler politischer Weg

Anwalt Albrecht gehört dem Grossen Rat seit 2001 an. Seit 2003 ist er zudem Präsident der Bau- und Raumplanungskommission. Dank diesem Amt und seiner hervorragenden Vernetzung in der Basler Gesellschaft gilt Albrecht als einer der wichtigsten Strippenzieher im politischen Basel. Über seine familiären Verbindungen zum Daig und seine Arbeit als Managing Partner in der renommierten Anwaltskanzlei Vischer spielt Albrecht auch im Basler Wirtschafts- und Sozialleben eine herausragende Rolle. Einziger Rückschlag in Albrechts Karriere war bisher die gescheiterte Ständeratskandidatur im Jahr 2007. Dort unterlag er der bisherigen Anita Fetz (SP).

Rückkehr ist möglich.

Dass er einmal in die Politik, auch auf der nationalen Bühne, zurückkehren könnte, will Albrecht nicht ausschliessen: «Never say Never again. Ich mache nach wie vor gerne Politik, werde aber in den nächsten Jahren andere Prioritäten setzen.»