Neuer Theaterdirektor
Andreas Beck wird 2015 neuer Intendant des Theater Basel

Andreas Beck wird neuer Intendant am Theater Basel. Der Verwaltungsrat der Theatergenossenschaft hat den 48-jährigen Deutschen auf die Spielzeit 2015/16 hin als Nachfolger des abtretenden Georges Delnon gewählt.

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Gefunden und gewählt: Der designierte Intendant des Theater Basel, Andreas Beck (Mitte), flankiert von Theater-Verwaltungsratspräsident Samuel T. Holzach (l.) und dem Vorsitzenden der Findungskommission, Rudolf Grüninger, stellte sich am Donnerstag in Basel vor.

Gefunden und gewählt: Der designierte Intendant des Theater Basel, Andreas Beck (Mitte), flankiert von Theater-Verwaltungsratspräsident Samuel T. Holzach (l.) und dem Vorsitzenden der Findungskommission, Rudolf Grüninger, stellte sich am Donnerstag in Basel vor.

Findungskommission und Verwaltungsrat hätten Beck nach einjähriger Suche einstimmig erkoren, hiess es an einer Medienkonferenz am Donnerstag. 32 Direktbewerbungen, 30 Empfehlungen sowie weitere Probabili seien zuvor unter die Lupe genommen worden, insgesamt über 100 Dossiers mit vielen Reisen für den Basler Direktorensessel.

In Becks Pflichtenheft steht ein "künstlerischer Aufbruch in allen drei Sparten", wie Verwaltungsratspräsident Samuel Holzach sagte. Das Schauspiel, das in Basel zuletzt in der Kritik stand, sei Becks Kernsparte, doch er bringe auch einen guten Rucksack für Oper und Tanz mit. In Wien sei er sehr beliebt bei Personal wie Publikum.

Von Eco und Peymann geprägt

1965 in Mülheim an der Ruhr geboren, wuchs Beck in Frankfurt auf. Er studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Theaterwissenschaften in München und Bologna. In Bologna habe ihn Umberto Eco geprägt, als Assistent am Wiener Burgtheater dann Claus Peymann, sagte Beck selber. Weitere Stationen waren Stuttgart und Hamburg; zudem übersetzte er freiberuflich aus dem Englischen und Italienischen.

Am Theater Basel wird Beck Vollzeit-Intendant; eigene Inszenierungen sind derzeit nicht geplant. Sein Vertrag läuft über fünf Jahre, also bis 2020. Er kenne das Theater Basel schon dank diverser Besuche seit 1986, sagte er bei der Vorstellung. Angesprochen hätten ihn da vor allem Aufführungen mit neuer Musik und neuen Texten.

Das Theater-Communiqué lobt, Beck denke "auf erfrischende Weise in spartenverbindenden und zukunftsweisenden Strukturen, ohne dabei den Respekt vor den einzelnen Sparten vermissen zu lassen". Er habe mit faszinierenden und realistischen Modellen für das Theater Basel als "wichtigstes Dreispartenhaus Europas" überzeugt.

Bühnen-Nachwuchs-Scout

Selber verspricht Beck vorsichtig, zwar nicht das Theater neu erfinden zu wollen, aber schon seinen eigenen Stil einzubringen und junge Autoren und Komponisten fördern zu wollen. Die Sparten mehr zu verbinden sei "Herausforderung für die Zukunft"; Schauspiel, Oper und Ballett sollten doch mehr teilen als Kantine und Fundus.

Als "spezielle Herausforderung" bezeichnete er seine Absicht, "die Oper neu über das Schauspiel zu denken". Er komme zwar von einem Nischenhaus jetzt an ein grösseres Dreispartentheater, aber er habe in Wien in Konkurrenz zu den Grossen wie dem Burgtheater auch ein "klares" Branding" für das Schauspielhaus geschafft.

Delnon hatte vor Jahresfrist angekündigt, seinen eigentlich erst 2016 auslaufenden Vertrag in Basel nicht zu verlängern. Der heute 55-Jährige wechselt 2015 nach Hamburg an die Staatsoper, die zu den weltweit führenden Opernhäusern zählt.

Die Leitung des Theaters Basel hatte der in Zürich geborene und in Bern aufgewachsene Delnon in der Spielzeit 2006/2007 als Nachfolger von Michael Schindhelm übernommen. Seither stiegen Besucherzahlen und die Auslastung. Zwei Mal erhielt das Theater Basel unter Delnon die Auszeichnung "Opernhaus des Jahres" der Zeitschrift "Opernwelt".